Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Tim Stevenson, Fondsmanager bei Henderson Global Investores

Kommentar zum europäischen Aktienmarkt „Das Glas ist immer noch halb voll“

Mit Aktien haben viele Anleger in den letzten Monaten keine guten Geschäfte gemacht. Die Stimmung an den Märkten ist düster. Ich denke jedoch, dass die Lage eigentlich gar nicht so schlecht ist.

26.05.2016 - 12:17 Uhr | Von:  in Aktien

An den europäischen Aktienmärkten waren die letzten zwölf Monate überaus turbulent. Dabei sollte doch alles ganz anders laufen. Mit dem im März 2015 gestarteten quantitativen Lockerungsprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), von mir im vergangenen Jahr verschiedentlich als „gedoptes QE-Programm“ bezeichnet, sollte das zum damaligen Zeitpunkt annehmbare Wachstum weiter Fahrt aufnehmen. Weltweit, so hoffte man, würde der Konjunkturmotor anspringen und die Gewinne endlich kräftiger sprudeln.

Aber die Realität sieht anders aus: Der US-Dollar hat den Rückzug angetreten, obwohl er unter der Annahme von Zinsstraffungen durch die US-Notenbank eigentlich hätte aufwerten sollen. Der Euro hingegen sollte auf einem niedrigen, dem Export förderlichen Niveau verharren. Aber auch da kam es anders. Und mit einer Rückkehr der Politik ins Rampenlicht hatte man erst 2017 gerechnet.

Europa zieht alle Blicke auf sich

Nicht einmal die Aussicht auf Donald Trump als Kandidat der Republikaner im US-Präsidentschaftswahlkampf schaffte es, die politischen Unwägbarkeiten in Europa aus den Schlagzeilen zu verdrängen. Zu den drängenderen Sorgen politischer Natur gehört das Referendum über die weitere Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union (EU), das uns plötzlich mehr anzugehen scheint, als viele jemals für möglich gehalten haben.

In Anbetracht all dieser Unsicherheiten ist es nicht verwunderlich, dass die Aktienmärkte nur mit Mühe ein einigermaßen gutes Niveau halten. Nach fünf Jahren mit mickrigen Gewinnen wurden die Schätzungen für 2016 kontinuierlich nach unten korrigiert – von anfänglich rund 8 Prozent auf gegenwärtig nur noch um die 1 Prozent.