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Ölraffinerie in Saudi-Arabien: Am 30. November findet das nächste OPEC-Treffen in Wien statt. Die Aussicht auf eine Verlängerung der Förderbremse könnte den Ölpreis weiter klettern lassen

Kommentar zur Öl-Förderkürzung „Einige Punkte sprechen gegen eine Verlängerung um volle 9 Monate“

Große Aufregung am Rohstoffmarkt: Am 30. November treffen sich die OPEC-Staaten in Wien, um über eine Ausweitung der Öl-Angebotskürzungen ab März 2018 zu entscheiden. Investoren sollten zunächst abwarten.

29.11.2017 - 12:00 Uhr | Von:  in Märkte

Die Hoffnungen sind groß für das Treffen der OPEC am 30. November. Das Programm zur Reduzierung der Erdöl-Versorgung, das im letzten Jahr von den OPEC-Mitgliedern und einigen Nicht-Mitgliedern initiiert wurde, hat eine ständige Steigerung des Ölpreises bewirkt: von dessen Tiefpunkt im Jahr 2014 bis zu derzeit knapp 60 US-Dollar pro Barrel. Investoren vermuten, dass diese Reduzierung der Produktion um weitere neun Monate bis ins nächste Jahr verlängert wird.

Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass preistreibende, spekulative Positionen im Hinblick auf den zukünftigen Rohölpreis Hochkonjunktur haben. Dabei handeln Investoren vorschnell. Die OPEC wird das Programm zur Reduzierung mit Sicherheit verlängern. Allerdings gibt es viele Gründe, die dafür sprechen, dass die Verlängerung des Programms nicht die vollen neun Monate anhalten wird. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Starke Spannungen im Nahen Osten

Die Allianz aus OPEC-Mitgliedern und Nichtmitgliedern ist nicht mehr so eng, wie sie einmal war. Die Spannungen im Nahen Osten haben sich seit Beginn des Programms verstärkt. Dies macht einen Dialog der unterschiedlichen Staaten im Vorfeld der OPEC-Verhandlungen zu einer Herausforderung und verringert die Wahrscheinlichkeit, sich auf eine gemeinsame Position zu einigen.

Versorgungsengpässe nehmen zu

Auch wenn es eine annehmbare Übereinstimmung zwischen OPEC und Nicht-OPEC-Staaten geben sollte, dürfte man wahrscheinlich Risiken in der Verlängerung um neun Monate sehen. Die Erdölversorgung befindet sich momentan mit rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag auf einem historisch niedrigen Niveau, das wahrscheinlich nicht konstant Bestand haben wird. Venezuela stellt aufgrund des geringen Kapitals, das zur Wartung und zum zusätzlichen Ausbau der Förderanlagen zur Verfügung steht, ein Risiko dar. Außerdem steht in Nigeria ein Ende des Waffenstillstandes mit den Niger Delta Avengers bevor, einer militanten Gruppierung, die in der Vergangenheit Anlagen und Pipelines angegriffen hat.

Sollten Versorgungsengpässe daraufhin zunehmen, wird dies den Ölpreis auf ein Niveau anheben, das Förderländer außerhalb des OPEC-Deals, ungeachtet einer Programm-Verlängerung, zur Rückkehr an die Märkte veranlassen wird. Auch aus diesem Grund wollen die OPEC/Nicht-OPEC-Staaten den Ölpreis letztendlich nicht wesentlich über das derzeitige Niveau steigen lassen.