Konjunktur in der Eurozone Schwächstes Wachstum seit anderthalb Jahren

Die privatwirtschaftlichen Unternehmen der Eurozone schwächeln, Deutschlands Dienstleistungssektor ist auf den tiefsten Stand seit 20 Monaten gefallen.

05.06.2018 - 14:1905.06.18 - 14:41
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Frankfurter Bankenviertel bei strahlendem Sonnenschein: Hinter den Kulissen trübt sich die konjunkturelle Entwicklung der Dienstleister ein.
Frankfurter Bankenviertel bei strahlendem Sonnenschein: Hinter den Kulissen trübt sich die konjunkturelle Entwicklung der Dienstleister ein. © Getty Images

Die Wirtschaft der Eurozone kam im Mai nicht nur nicht vom Fleck, sondern entwickelte sich so schlecht wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft der Eurozone, in dem sowohl Industrie als auch Dienstleistungen enthalten sind, setzte auf 54,1 Punkte von 55,1 Punkten im Vormonat zurück, teilt das IHS Markit Institut mit Sitz in London mit. Ab der Schwelle von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum.

Aufgrund des Rücksetzers dürfte das Wachstum im zweiten Quartal 2018 so schlecht ausfallen wie zuletzt im Jahr 2016, kommentiert IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson die Datenlage. Zwar würden die Indizes derzeit auf ein Wachstum von 0,4 bis 0,5 Prozent im zweiten Quartal hinweisen, dennoch sei es „noch ziemlich unsicher, ob das Tempo in den nächsten Monaten weiter nachlässt.“

Deutschlands Dienstleistungssektor auf 20-Monats-Tief

Noch schlechter sieht es bei den deutschen Dienstleistern aus: Sie durchleben derzeit eine Schwächephase. Damit hat sich die Abkühlung im Mai weiter fortgesetzt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Servicebereich fiel auf 52,1 Punkte von 53,0 Punkten im Vormonat – tiefster Stand seit 20 Monaten, wie ebenfalls IHS Markit ermittelt hat. Unabhängig von vielen Feiertagen und der daraus resultierenden geringeren Anzahl an Arbeitstagen seien „die Indizes für Neuaufträge und Geschäftsaussichten auf mehrmonatige Tiefs gefallen, was befürchten lässt, dass den Branchenakteuren zukünftig weniger rosige Zeiten als zuletzt bevorstehen könnten“, schlussfolgert IHS-Markit-Ökonom Phil Smith.