Konservative Investmentansätze von Amundi Nonchalant durch jede Marktlage

Seit 2004 hat Europas größter Vermögensverwalter Amundi gute Erfahrungen mit einem konservativ ausgerichteten Fonds gemacht. Die Strategien wurden auf einen im Sommer 2015 aufgelegten Multi-Asset-Fonds übertragen. Yannick Quenehen, Portfolio-Manager für Multi-Asset- und Absolute Return-Strategien bei Amundi, über die Vorteile konservativer Anlagestrategien.

08.06.2017 - 16:4508.06.17 - 16:52
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Schachspieler in Paris: Mit konservativen Strategien eröffnen sich Anleger eine breit diversifizierte Partizipation am Markt, bei gleichzeitig vorsichtiger Positionierung
Schachspieler in Paris: Mit konservativen Strategien eröffnen sich Anleger eine breit diversifizierte Partizipation am Markt, bei gleichzeitig vorsichtiger Positionierung© Getty Images

der fonds: Einige Fondsmanager, zum Beispiel Bill Gross, zeigen sich von den hohen Zuflüssen angesichts der jüngsten Rally am US-Aktienmarkt überrascht. Aktien- und Hochzinsanleihemarkt sind inzwischen hoch bewertet. Wie sehen Sie den Hype um den Trump-Trade?

Yannick Quenehen: Die Trump-Rally wurde vom Markt seit Ende 2016 gespielt. Hintergrund waren gute Konjunkturzahlen und die hohe Erwartungen an die Reformen des neuen Präsidenten. Riskante Assets wie US-Aktien und Hochzinsanleihen wurden besonders stark angeschoben.

In den letzten Wochen hat sich der Trend deutlich abgeschwächt. Immer neue Zweifel kommen auf, ob Trump fähig ist, seine Steuerreformen vollumfänglich umzusetzen. Hier spielen auch externe Faktoren mit hinein: Wichtige Wahlen in Europa, die Ölpreisentwicklung und Chinas Konjunktur.

Nachdem US-Aktien und Hochzinsanleihen von Trumps Wahlsieg zunächst stark profitierten, beginnen sie nun zu konsolidieren. Bei Value-Aktien sehen wir jedoch noch Potenzial, allerdings weniger in den USA, sondern in Europa. Vor der individuellen Entscheidung, ob man den Reflation-Trade spielen will oder nicht, sollte man einige Indikatoren ganz genau in den Blick nehmen: Die Rohstoff- und Ölpreise, die Kreditblase in China und das Wachstum in der Eurozone.

Wir gehen jedoch davon aus, dass die konjunkturelle Entwicklung in den USA stabil bleibt – trotz einiger enttäuschender Zahlen aus dem ersten Quartal 2017. Aktien und Unternehmensanleihen dürften weiterhin profitieren. Anleger sollten jedoch mit Umsicht vorgehen: Vieles deutet darauf hin, dass es Donald Trump schwer fallen dürfte, die meisten seiner Steuersenkungspläne umzusetzen. Wir sehen den US-Markt deshalb als teuer an. Wir gehen jedoch davon aus, dass neue Einstiegsmöglichkeiten anstehen, womit Anleger dann zu günstigeren Preisen vom US-Markt profitieren können.

Warum haben Investmentansätze auf konservativer Grundlage weiterhin ihre Berechtigung?

Quenehen: Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ist die Streuung über verschiedene Anlageklassen hinweg unabdingbar. Um eine positive Rendite zu erzielen, ist es jedoch unerlässlich, moderate Risiken einzugehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erträge der einzelnen Asset-Klassen von Jahr zu Jahr teils großen Schwankungen unterliegen.

Konservative Strategien eröffnen es, bei einer vorsichtigen Positionierung breit diversifiziert von Marktchancen zu profitieren. Sie sind vor allem in angespannten und volatilen Marktlagen interessant. Sie begrenzen die Verluste in Drawdown-Phasen, können für die Anleger in ruhigen Marktphasen jedoch wegen der breiten Streuung Rendite erzielen.

Kurz gesagt: Dank optimaler Diversifikation und eines sorgfältigen Risikomanagements schaffen konservative Strategien den Spagat zwischen dem Wunsch nach Kapitalwachstum und Kapitalschutz.