Öl-Branche vor dem Opec-Gipfel Zwischen Quell und Querelen

Öl bleibt nach wie vor „ein Schnäppchen“, ist ein Großteil der Händler überzeugt. Von dem nahenden Treffen der Förderländer in Algier erwarten sie demnach keine Impulse für den Markt. Zu groß seien die Eigeninteressen der Teilnehmer.

16.09.2016, aktualisiert 22.09.2016 - 11:4322.09.16 - 11:43
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Das Jahr hätte für Ölhändler kaum schlechter beginnen können: Die Preise für schwarzes Gold fielen ins Bodenlose. Ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte Brent kostete Anfang 2016 nur noch etwa 30 US-Dollar. Anfang 2014 lag der Preis noch bei mehr als 100 US-Dollar.

Grund für den Preisverfall: das Überangebot. Länder wie Saudi-Arabien und Russland überschwemmten die Märkte regelrecht mit schwarzem Gold. Hinzu kam die intensive Förderung in den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Fracking hat die globalen Energiemärkte vollkommen verändert. Denn damit sind die USA in wenigen Jahren vom größten Nachfrager selbst zum Produzenten geworden.

Während sich Verbraucher über den Preisverfall freuen dürften – sie sparen an der Tankstelle und müssen weniger fürs Heizen zahlen – stürzte der Preisverfall Öl-Firmen wie Exxon Mobil, Shell und Statoil in eine schwere Krise. Ihre Gewinne brachen ein, Jobs fielen weg und Energie-Aktien gerieten kräftig unter Druck. Öl-Förderer in der Nordsee teilten zeitweise sogar Ersatzteile und Werkzeuge, um billiger arbeiten zu können.

Erholung auf niedrigem Niveau

Inzwischen hat sich die Lage für die Ölindustrie etwas gebessert: Ein Barrel Brent kostet aktuell 49 US-Dollar, die Einnahmen steigen. Dass sich die Preise zeitnah weiter stabilisieren, ist jedoch nicht absehbar.