Makroökonomischer Kurzbericht Politische Risiken belasten Aktien

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Trotz turbulenter Ereignisse wie dem Brexit-Votum oder Trumps Wahlsieg stehen die Zeichen an den Kapitalmärkten auf Wachstumskurs. 2017 stehen wichtige Parlamentswahlen in Europa an – es bleibt abzuwarten wie die Finanzmärkte darauf reagieren.

14.12.2016 - 12:0714.12.16 - 12:58
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Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto International Asset Management S.A.
Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto International Asset Management S.A.

Die US-Konjunktur sollte durch das Steuersenkungspaket, das von der neuen Regierung noch im ersten Halbjahr 2017 lanciert werden dürfte, allmählich an Fahrt gewinnen, ohne dass es in den nächsten zwölf Monaten zu Überhitzungserscheinungen kommt. Die jüngsten Konjunkturdaten in China zeigen eine Wachstumsstabilisierung und bestätigen, dass die Regierung ihr Ziel 2016 erreichen wird. Im Vorfeld des Referendums über die Verfassungsreform in Italien war die Volatilität an den italienischen Märkten hoch, danach blieb die Stimmung an den Finanzmärkten jedoch vergleichsweise ruhig. Wegen Italien allein wird es nicht zu einer neuen Euroschuldenkrise kommen.

US-Dollar bleibt stark

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird 2017 angesichts des günstigen Konjunkturausblicks mindestens zwei Zinserhöhungen vornehmen. Der Renditeanstieg in den USA sollte vorderhand mäßig bleiben – unter anderem wegen des globalen Disinflations- und Tiefzinsumfelds und eines erstarkenden US-Dollars.

Zyklische Aktienmärkte empfehlenswert

Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten stehen die Zeichen in den USA und in jenen Ländern, die wie die Schweiz und Deutschland von seinem Infrastrukturprogramm profitieren werden, auf Wachstum. Gleichzeitig besteht damit die Chance, aus dem Regime der säkularen Stagnation verbunden mit Disinflation, Nullzins und Anlagenotstand herauszufinden. So kristallisierten sich bereits in den ersten Tagen nach der US-Wahl Gewinner und Verlierer auf Sektor- und Länderebene, und  am Devisenmarkt heraus. Politisch bedeutet die Wahl Trumps einen möglichen weiteren Aufschwung des Populismus – insbesondere in Europa, wo wichtige Parlamentswahlen in den nächsten Monaten anstehen. Vor diesem Hintergrund erscheinen Aktien nicht mehr ganz so attraktiv wie zuletzt. Innerhalb des Aktiensegments präferieren wir  unter unserer Produktmarke Swisscanto Invest  zyklische Märkte wie Kanada und Japan, die zudem noch preisgünstig sind und nicht von politischen Risiken belastet werden. Auf den Emerging Markets-Aktien lasten hingegen der starke US-Dollar und steigende Zinsen.

Anleihen kaum attraktiv

Lediglich Währungsaspekte und Renditedifferenzen lassen einzelne Anleihensegmente attraktiv erscheinen.

Rohstoffe als alternative Anlage

Das weniger disinflationäre Umfeld sowie die Aussicht auf ein US-Infrastrukturprogramm machen Rohstoffe weiterhin interessant. Angesichts der politischen Risiken in Europa halten wir ebenfalls an der neutralen Goldposition fest, obwohl gerade diese alternative Anlage von steigenden Zinsen und einem erstarkenden US-Dollar belastet wird.

Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto International Asset Management S.A.