Makroökonomischer Kurzbericht US-Geldpolitik beflügelt die Märkte

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Die konjunkturellen Vorlaufindikatoren haben sich von ihrem Tief zu Jahresbeginn erholt. Vor allem die Konjunkturdaten aus den USA und aus Deutschland sorgten für eine Stimmungsaufhellung. Geholfen hat auch, dass sich die Konjunktursorgen um die Schwellenländer gelegt haben.

06.04.2016 - 17:2906.04.16 - 17:31
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US-Geldpolitik beflügelt die Märkte
© Swisscanto

Konjunktur

Die deutschen Vorlaufindikatoren, der ifo-Geschäftsklimaindex und der Konjunkturindex des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW, stellen der deutschen Wirtschaft für die nächsten drei bis sechs Monate ein gutes Zeugnis aus. Die eingetrübte Konsumentenstimmung in der Eurozone gibt jedoch zu denken. Die Eurozone hat den Erholungspfad nicht verlassen, dieser ist immer noch schmal und voller Stolpersteine. In den USA sorgen der starke Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum für eine solide Konsumbasis und demzufolge für eine robuste Binnenkonjunktur. Zudem hat sich der USA-ISM- Einkaufsmanagerindex (PMI) jüngst erholt und suggeriert eine positivere Einschätzung des zuletzt schwachen Industriesektors.

Finanzmärkte

Nachdem die Europäische Zentralbank am 10. März mit einem üppigen Paket aus Zinssenkungen und einer Ausweitung der Quantitativen Lockerung vorlegte, zog die US-Notenbank Fed mit einer Senkung der Leitzinsprojektionen nach. Letzteres hatte die größere Wirkung und beflügelte die Aktienmärkte.

Anlagepolitik

Die Fed geht nach ihrem Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) im März von zwei anstatt vier Zinsschritten für 2016 aus. Dies ändert vor allem die Einschätzung zum US-Dollar. Dessen Aufwertungspotenzial ist nun deutlich limitierter, was die Anleger zum Aufbau von Risikopositionen einlädt. Allerdings nimmt die US-Notenbank mit dem Zurückrudern auch Inflationsrisiken in Kauf, die sich in den US-Renditen materialisieren könnten. Diesem Umstand wirkt das globale Tiefzinsumfeld – insbesondere in der Eurozone – entgegen.

Trotz Marktberuhigung, Vollbeschäftigung sowie spürbar anziehender Inflationserwartungen nahm die Fed am jüngsten Treffen des Offenmarktausschusses die projektierten Leitzinserhöhungen deutlich zurück. Für alle Arten von risikobehafteten Anlagen ist dies eine gute Nachricht, ob für Aktien, Rohstoffe oder Vermögenswerte aus den Emerging Markets. Das Zeitfenster für Kursgewinne ist allerdings begrenzt, da mit dieser geldpolitischen Ausrichtung der Fed das Risiko einer künftigen Boom-Bust-Situation gestiegen ist. Bereits in den vergangenen Wochen ist die US-Zinskurve bei schwächerem US-Dollar wieder steiler geworden. Diese Entwicklung dürfte sich angesichts der robusten US-Binnenkonjunktur und anziehender Inflationserwartungen tendenziell fortsetzen. Anleihen allgemein und US-Bonds insbesondere erachten wir daher als wenig attraktiv.

Emerging-Markets-Aktien profitieren

Gerade den Aktien aus den Emerging Markets und den USA kommt die modifizierte geldpolitische Ausrichtung der Fed bei schwächerem US-Dollar zugute. Verhältnismäßig wenig profitieren die Regionen Europa und Pazifik aufgrund ihrer nunmehr zu erwartenden stärkeren Währungsentwicklung gegenüber dem US-Dollar.

Alternative Anlagen bleiben gesucht

Der nun noch einmal flachere US-Zinserhöhungspfad steigert zusammen mit dem geringeren USD-Aufwertungsdruck die Attraktivität von Rohstoffen und Gold, die in US-Dollar fakturiert werden.