Markt & Meinung Bessere Chancen in der Ölbranche

David Whitten, Leiter des globalen Rohstoffteams bei Henderson, über das neue Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt und gesunkene Investitionsausgaben.

09.12.2016 - 16:3009.12.16 - 16:34
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David Whitten, Leiter des globalen Rohstoffteams bei Henderson
David Whitten, Leiter des globalen Rohstoffteams bei Henderson

Total, ein führendes internationales Öl- und Gasunternehmen, veröffentlichte auf einem Investorentreffen seinen Ausblick für den globalen Ölmarkt. Es lieferte einige verblüffende Daten über Angebot und Nachfrage, die, falls sie sich bestätigen, mittelfristig Aufwind für Investoren am Energiemarkt bringen könnten.

Total prognostiziert für 2020 ein globales Defizit bei der Ölförderung von 5 bis 10 Millionen Barrel am Tag. Die Ölindustrie habe auf den starken Ölpreisverfall seit Mitte 2014 mit stark gekürzten Investitionsausgaben reagiert. 2014 hätten die Ausgaben noch bei 700 Milliarden Dollar gelegen, 2016 würden sie auf 400 Milliarden Dollar fallen – ein Minus von 43 Prozent. Parallel dazu lasse die Förderung auf den klassischen Ölfeldern derzeit um 5 Prozent im Jahr nach – während die globale Nachfrage um mindestens ein Prozent im Jahr weiter wachse. Die Preise für Rohöl müssten weit über ihr aktuelles Niveau steigen, um neue Investitionsausgaben anzuregen und den Förderungsrückgang aufzuhalten.

Sofern Daten vorhanden sind, ergibt eine Analyse von Exploration und Förderung der Öl- und Gasunternehmen aus dem S&P Global Natural Resources Index, dass die Zahlen von Total plausibel klingen. Für 19 Unternehmen errechnete unser Team, dass die Investitionsausgaben von 2014 bis 2016 schätzungsweise um 40 Prozent zurückgingen. Das passt bemerkenswert gut zu dem von Total berechneten globalen Trend um 43 Prozent.