Marktbericht „Schwellenländer am Wendepunkt – was für eine Erholung spricht“

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Aktien aus Schwellenländern waren lange die Renditetreiber schlechthin in Investmentfonds. Dann fielen die Ölpreise und brachten so manche aufstrebende Nation ins Straucheln. Seit Mitte Januar hat sich die Lage jedoch wieder beruhigt. Doch ist der Aufschwung von Dauer? Eine Einschätzung von Tom Wilson, Fondsmanager im globalen Schwellenmarkt-Aktienteam von Schroders.

21.04.2016 - 16:1921.04.16 - 17:26
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Des Anlegers Liebling waren Schwellenmärkte letztes Jahr sicherlich nicht. Ganz im Gegenteil: Die Aktienmärkte sind kräftig unter Druck geraten und viele Länder rutschten in schwere Rezessionen.

Der von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Ende 2015 eingeleitete Wechsel in der Zinspolitik und der damit zusammenhängende Kursanstieg des US-Dollar hat Brasilien und andere Märkte schwer belastet. Die Gründe sind hausgemacht: Viele Unternehmen aus Schwellenländern haben sich in der Phase der ultraniedrigen Fed-Zinsen in der US-Währung verschuldet. Bei einer Aufwertung des Dollars wiegt ihre Schuldenlast, gerechnet in heimischer Währung, umso schwerer.

Niedrige Rohstoffpreise reißen Löcher in Bilanzen

Neben der Fed-Politik hinterließen auch die niedrigen Rohstoffpreise tiefe Löcher in den Bilanzen der Emerging Markets. Die desaströse wirtschaftliche Lage der Supermacht China, einem der größten Abnehmer von Waren aus Schwellenländern, streute zusätzliches Salz in die Wunde.

Soweit so gut. Doch wie sieht es 2016 aus? Die Antwort auf diese Frage ist erfreulich: Im ersten Quartal ging es deutlich aufwärts. Der Aktienindex MSCI Emerging Markets stieg um satte fünf Prozent. Zum Vergleich: Das globale Thermometer MSCI World, das nur Aktien aus Industrieländern beinhaltet, schaffte nur ein mageres Plus von gut einem Prozent.

Angesichts dieses rasanten Aufschwungs stellen sich viele Anleger nun die Frage: „Ist das bereits der Wendepunkt für die Schwellenmärkte oder wird sich diese Entwicklung erneut als trügerische Hoffnung erweisen?“