Markteinschätzung von Janus-Henderson-Chefvolkswirt Kommt alles anders

Anstelle eines verbesserten globalen Konjunkturwachstums und weiterhin niedriger US-Zinsen könnte es zu einem Abschwung und höheren US-Zinssätzen kommen, argumentiert Simon Ward, Chefvolkswirt des britischen Vermögensverwalters Janus Henderson.

07.08.2017 - 10:5107.08.17 - 11:39
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Die Sommersonne hat ihren Zenit überschritten, gleich kommt Schatten: Der Sentix-Konjunkturindex für Deutschland ist im August zum zweiten Mal in Folge gesunken
Die Sommersonne hat ihren Zenit überschritten, gleich kommt Schatten: Der Sentix-Konjunkturindex für Deutschland ist im August zum zweiten Mal in Folge gesunken© Getty Images

Das Weltwirtschaftswachstum legte Ende 2016 und Anfang 2017 zu, woraufhin Investoren seither von verbesserten Perspektiven für das globale Wachstum ausgehen. Geldpolitische Trends und wichtige Konjunkturindikatoren deuten allerdings darauf hin, dass sich die Aufwärtsbewegung im weiteren Verlauf des Sommers abkühlen dürfte: Der Höhenflug der Märkte könnte gebremst werden – vor allem dann, wenn die Federal Reserve (Fed) ihre Zinsen weiter anhebt.

Simon Ward ist die aktuelle Marktlage nicht ganz geheuer. Der Chefvolkswirt des britischen Vermögensverwalters Janus Henderson, der im Mai 2017 aus der Fusion von Janus Capital Group and Henderson Group entstanden ist, verweist auf die dynamischen Zuwächse der globalen Industrieproduktion: Das Wachstum der sieben größten Industrieländer und der sieben größten Schwellenländer ist bis zum April 2017 im Verlauf von sechs Monaten auf ein Drei-Jahres-Hoch geklettert.

Sinkende Geldmenge könnte Wachstum bremsen

Das für die Wirtschaftsentwicklung wichtige Geldmengenwachstum hingegen ist zwischen August 2016 und Februar 2017 auffällig stark gesunken. Nicht nur in Indien hat die zirkulierende Geldmenge wegen der überraschenden Bargeld-Reform stark abgenommen, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Im Allgemeinen hat eine Verknappung des Geldes ein Absinken der Wirtschaftsaktivitäten zufolge. „In unserem Fall sollte sich das Wachstum ab dem späten Frühjahr 2017 eintrüben”, so Janus-Henderson-Experte Ward, dessen Haus umgerechnet rund 280 Milliarden Euro verwaltet.