Marktkommentar Ölpreis unter Druck

Das Treffen der Opec vom vergangenen Wochenende hat bereits für viel Gesprächsstoff gesorgt. Ulrich Harmssen analysiert die Folgeschäden sowie die Reaktion des europäischen und des amerikanischen Aktienmarkts.

19.04.2016, aktualisiert 20.04.2016 - 15:5620.04.16 - 15:56
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Apella-Fondsexperte Ulrich Harmssen
Apella-Fondsexperte Ulrich Harmssen

Erwartungsgemäß hat sich die Opec bei ihrem Treffen am Wochenende in Katars Hauptstadt Doha nicht auf ein Einfrieren oder gar auf eine Reduzierung der Förderquoten des schwarzen Goldes einigen können.

Der Iran nahm gar nicht erst an dieser Konferenz teil, sondern verkündete stattdessen, man wolle die Förderquoten zunächst so weit erhöhen, dass man mindestens den Stand der Ölproduktion erreichen werde, den der Iran vor Inkrafttreten der Sanktionen gegen den Iran erreicht hatte.

Kein Wunder also, dass der Ölpreis heute Morgen ordentlich unter Druck geriet. Aktuell (12:40) kann sich der Ölpreis jedoch von seinem heutigen Tiefststand schon wieder etwas erholen.

Aktienmärkte unter Druck?

Die – parallel zum Ölpreis – heute Morgen ebenfalls deutlich gefallenen europäischen Aktienmärkte haben inzwischen auch gedreht; aktuell notiert der Dax sogar mit + 0,09 Prozent leicht im Plus.

Das jedoch kann sich heute noch einmal drastisch verändern, sofern die US-Märkte bei Eröffnung heute Nachmittag kräftig ins Rutschen kommen... Aktuell signalisieren die entsprechenden Futures jedoch „nur“ ein kleines Minus...

Schwache US-Daten

Unterdessen kommen wieder ernüchternde Zahlen aus den USA, die vermutlich erneut von den westlichen Mainstream-Medien in ihrer aktuell sehr China-lastigen Berichterstattung kaum zur Kenntnis genommen werden: die für die USA wichtigen Einzelhandelsumsätze sind im März – nach den negativen Februar-Zahlen - erneut gefallen. Erwartet war ein Plus von 0,10 Prozent - tatsächlich wurde ein Rückgang um 0,30 Prozent gemeldet.

Die Produktion aus dem verarbeitenden Gewerbe ging ebenfalls um 0,30 Prozent zurück. Auch hier war eigentlich eine positive Entwicklung erwartet worden.

Besonders stark ging es mit der Industrieproduktion im März zurück: - 0,60 Prozent (Zur Erinnerung: auch schon im Februar wurde ein Rückgang in gleicher Größe gemeldet). Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie fällt gleichzeitig auf den tiefsten Stand seit August 2010.