Demokraten liegen vorne „Blaue Welle“ in den USA? Investoren bleiben entspannt

Zwar hat Joe Biden für den Fall seiner Wahl zum neuen US-Präsidenten Steuererhöhungen angekündigt. Gleichzeitig dürfte er aber die Staatsausgaben deutlich ausweiten. Das gefällt den Investoren, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

09.10.2020, aktualisiert 14.12.2020 - 17:2214.12.20 - 17:22
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Kamala Harris mit Joe Biden in Phoenix
Kamala Harris mit Joe Biden in Phoenix: Laut aktuellen Umfragen könnten die Demokraten sowohl ins Weiße Haus einziehen als auch die Mehrheit im Senat gewinnen© imago images / ZUMA Wire

Mit Blick auf die US-Wahlen deuten die jüngsten Umfrageprognosen eine „Blaue Welle“ an – Demokraten könnten sowohl ins Weiße Haus einziehen als auch die Mehrheit im Senat gewinnen. Da eine Reihe von Senatswahlen offenbar ebenfalls knapp ausfallen dürften, gestehen die Märkte den Demokraten derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für einen „Clean Sweep“ zu.

Dessen ungeachtet kann bis zum Wahltag am 3. November noch viel passieren. Es sollte daran erinnert werden, dass Trump im Jahr 2016 in den Umfragen zu diesem Zeitpunkt ebenfalls mit zweistelligen Zahlen hinter Hillary Clinton lag. Wahrscheinlich ist daher, dass die Demokraten Joe Biden in Watte packen und ihn so weit wie möglich aus dem Schussfeld der „Tweet-Maschine“ halten werden.

Überraschenderweise scheint eine sich abzeichnende „Blaue Welle“ jedoch für nicht allzu viel Aufregung zu sorgen, denn die Risikobereitschaft der Anleger in den USA bleibt weiterhin hoch. Höhere Steuern unter Biden verlieren ihren Schrecken durch das Versprechen steigender Staatsausgaben im kommenden Jahr.

Sollten die Demokraten einen durchschlagenden Sieg erringen, könnten wir uns eine Biden-Regierung vorstellen, die ein Fiskalpaket in Höhe von 5 Billionen US-Dollar verabschiedet und damit die derzeitige Forderung von 2,2 Billionen US-Dollar, der die Republikaner ihre Zustimmung verweigern, in den Schatten stellt.

Angesichts dieser riesigen Summe – das US-BIP beträgt 20 Billionen US-Dollar – ist es nicht verwunderlich, wenn die Marktteilnehmer über den derzeitigen politischen Stillstand hinwegsehen: Sie wissen, dass weitere fiskalpolitische Maßnahmen, eine dynamischere Konjunkturentwicklung im Jahr 2021, flankiert von der weltweit ultra-lockeren Geldpolitik, sowie die Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen Covid-19 nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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