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Arbeits- und Industrieminister Luigi Di Maio und Innenminister Matteo Salvini bei ihrer Vereidigung: Die neue italienische Regierung beunruhigt dioe Kapitalmärkte

Marktkommentar von Robeco zu Italien Treibt Italien einen Tsunami auf die Finanzmärkte?

Italien hat mal wieder Ärger. Die populistischen Koalitionäre sind zerstritten, kaum im Amt, wackelt die Regierung. Chefanlagestratege Lukas Daalder von Robeco bezweifelt, dass sich die neue Regierung lange genug halten kann, um ernsthaften Schaden anzurichten.

14.06.2018 - 08:34 Uhr | Von:  in Aktien

Diese Krise hat sich langsam angebahnt. Die Finanzmärkte hakten Italiens Parlamentswahlen im März zunächst als wenig beachtenswert ab. Nach dem Urnengang erhöhte sich der Zinsabstand zwischen zehnjährigen italienischen Staatsanleihen und Bundesanleihen gleicher Laufzeit lediglich um vier Basispunkte, und Italiens Aktienmarkt verlor gerade einmal 0,3 Prozent. Die Verluste wurden in den darauffolgenden Wochen, in denen sich italienische Anleihen und Aktien besser entwickelten als Papiere aus der übrigen Eurozone, rasch wettgemacht.

Die beiden Wahlsieger haben kaum etwas gemeinsam

Doch Ende Mai wendete sich die Situation als sich zeigte, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Wahlsiegern – der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega-Partei – entgegen jeder Wahrscheinlichkeit und politischer Gegensätze erfolgreich abgeschlossen werden könnten. „Die fremdenfeindliche und gegen Brüssel gerichtete Haltung scheint so ziemlich das Einzige zu sein, was die beiden Parteien verbindet“, sagt Lukas Daalder, Chief Investment Officer von Robeco Investment Solutions.    Quelle: Bloomberg, Robeco

Renditen von Staatsanleihen steigen, Aktienkurse sinken

Die Finanzmärkte antworteten diesmal sehr heftig: Die Rendite auf zweijährige italienische Staatsanleihen stieg an einem einzigen Tag um mehr als 180 Basispunkte auf 2,8 Prozent, sodass sich der Renditeabstand gegenüber der Bundesanleihe gleicher Laufzeit auf fast 300 Basispunkte vergrößerte. Und der italienische Aktienmarkt verlor gegenüber dem Niveau von Anfang Mai 12,5 Prozent. Wird aus dem bisherigen Kräuseln des Wassers also eine Welle?