Marktteilnehmer zur Trump-Amtseinführung Zwischen Übergewichtung und Enttäuschung

Die Ungewissheit über die zukünftige Politik Trumps wirft brennende Fragen zur Bewertung von US-Aktien auf. Zugleich scheinen die Chancen von europäischen Aktien und Schwellenländer-Werten zu schwinden. Wird Gold hingegen wieder interessanter? multiasset.com hat Vermögensverwalter zu ihrer Positionierung befragt.

19.01.2017, aktualisiert 10.02.2017 - 18:0610.02.17 - 18:06
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Zwar haben die Börsen in den USA sehr positiv auf Donald Trump reagiert, weltweit bleibt das Bild aber gemischt, so Michael Jensen, Executive Vice President des Fondsdienstleisters Moventum. „Der US-Zins steigt, der US-Dollar folgt ihm, selbst die Euro-Zone kann sich dem Trump-Sog nur schwer entziehen. Protektionistische Tendenzen lassen die Emerging Markets um Marktzugang fürchten und setzen die Kurse dort unter Druck.“

Moventum gewichtet US-Aktien und Value-Werte höher

Im Ergebnis hat Moventum bei Aktien den US-Anteil zu Lasten des Europa-Anteils erhöht. „Bereits im Jahresverlauf wurde im Hinblick auf einen möglichen Trump-Sieg die Gewichtung von US-binnenmarktorientierten Small und Mid-Caps gestärkt. Diese Übergewichtung wird nun noch weiter ausgebaut. Es wird erwartet, dass vor allem dieses Marktsegment von einer Stärkung des Protektionismus in den USA profitiert. Der Anteil an Value-Werten soll in den einzelnen Portfoliostrategien deutlich gestärkt werden. Consumer Staples reduzieren wir. Finanzwerte in den USA und Europa werden von untergewichtet auf neutral ausgebaut“, so Moventum-Chef Jensen.

Im Technologie-Sektor hält Moventum an der bisherigen Übergewichtung fest. In den Emerging Marktes wird die bisher bestehende Untergewichtung beibehalten: Der von Trump angekündigte Protektionismus könnte vor allem die Schwellenländer treffen, erwartet Jensen. Die Begründung:  Bereits mehr als 50 Prozent des globalen Wachstums wird in diesen Ländern generiert.