Matthias Hoppe über zeitgemäße Multi-Asset-Strategien „Kein Risikofaktor darf dominieren“

Eine Diversifikation über Asset-Klassen reicht heute nicht mehr, meint Franklin-Templeton-Fondsmanager Matthias Hoppe. Er versucht vielmehr, das Vermögen auf verschiedene Risikofaktoren zu streuen.

22.08.2016 - 09:0922.08.16 - 09:09
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Matthias Hoppe ist Senior Vice President und Portfoliomanager bei FranklinTempleton Solutions. Der Multi-Asset- Experte gehört dem Haus seit 2008 an
Matthias Hoppe ist Senior Vice President und Portfoliomanager bei FranklinTempleton Solutions. Der Multi-Asset- Experte gehört dem Haus seit 2008 an© Uwe Nölke

der fonds: Was unterscheidet die Franklin Diversified Fonds von klassischen Mischfonds?

Matthias Hoppe: Unter Mischfonds wird häufig eine einfache Aktien-Renten-Allokation verstanden. Wir investieren in weitere Anlageklassen, etwa in Rohstoffe. Und wir haben klare Zielvorgaben: Für jeden Fonds wollen wir eine bestimmte Rendite über einen Zeitraum von drei Jahren erreichen – innerhalb festgelegter Volatilitätsspannen.

Um so das Risiko zu begrenzen?

Hoppe: Ja. Anleger haben in der Regel nur eine gewisse Risikotoleranz. Daher achten wir stark darauf, Verluste zu minimieren. Das schafft man am besten über Diversifizierung. Die Korrelationen der Asset-Klassen ändern sich jedoch im Lauf der Zeit. Aktuell ist die Korrelation zwischen globalen Aktien und Euro-Staatsanleihen positiv. Das heißt, eine Beimischung von Euro- Staatsanleihen zu einem Aktienportfolio liefert nicht unbedingt die gewünschte Risikostreuung. Wir achten daher auf eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Entwicklung der Anlagen beeinflussen.

Zum Beispiel?

Hoppe: Nehmen wir europäische Aktien und deren Abhängigkeit von den Weltbörsen. Europäische Aktien können sich nicht vollständig von anderen Märkten, etwa dem US-Aktienmarkt, abkoppeln. Dazu muss man auf die Sektoren achten: Vor allem der Finanzsektor ist in Europa ziemlich groß, er beinflusst das Auf und Ab am Gesamtmarkt. Ein weiterer Faktor sind Währungen mit ihrer möglichen Wirkung auf die Wertentwicklung eines Portfolios.