Zeit bringt GeldMit Fonds ganz entspannt fürs Alter vorsorgen

Wer mit einem sechsstelligen Betrag im Rücken in den Ruhestand starten möchte, sollte früh mit der Altersvorsorge beginnen. Denn mit einem langen Anlagehorizont reichen schon 100 Euro monatlich. Das zeigt die langfristige Rendite etablierter Fonds-Dinos.

02.07.2021 - 08:26 Uhr02.07.21 08:26
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Großvater mit Enkeltochter
Großvater mit Enkeltochter: Private Vorsorge ist zwingend nötig, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Ein sinnvoller Baustein der privaten Altersvorsorge können Fonds sein© IMAGO / Design Pics

Risiken bei der Geldanlage? Die mögen viele Deutsche gar nicht – erst recht nicht bei der Altersvorsorge. Schließlich geht es um einen sorglosen Ruhestand. Und auf dem Sparbuch wird das Geld immerhin nicht weniger. Oder doch? Nun, der Betrag an sich schrumpft natürlich nicht – zumindest, wenn das Kapital bei einer Bank liegt, die keine Strafzinsen verlangt. Es gibt jedoch ein großes Aber: Wenn die Inflation höher ist als die Verzinsung, verliert das Vermögen an Kaufkraft. Das war in den vergangenen Monaten und Jahren oft der Fall. Ein Beispiel: Im Juni 2021 lag die Teuerung in Deutschland bei 2,3 Prozent im Vorjahresvergleich, während die Zinsen auf Sparguthaben im Durchschnitt nur knapp über der Nulllinie lagen, der Wert des Geldes ist also gesunken. Sparkonten sind daher nicht so risikolos, wie sie auf den ersten Blick scheinen mögen.

Dass es Renditechancen am Kapitalmarkt nicht ohne Risiko gibt, ist klar. Wer aber viel Zeit mitbringt und sein Kapital breit streut, kann auch zeitweise Kursrücksetzer locker aussitzen. Wenn er mit einem Sparplan für das Alter vorsorgt, profitiert er davon sogar noch in Form des Cost-Average-Effekts – und kann langfristig einen dicken Batzen Vermögen aufbauen. Beispiele gefällig? Auf Grundlage von Daten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) haben wir einmal nachgeschaut, wie viel Geld jemand rausbekommt, wenn er jetzt in Rente geht und bis dahin 35 Jahre lang jeden Monat 100 Euro – also insgesamt 42.000 Euro – in einen Investmentfonds investiert hätte. Da es gar nicht so viele Fonds gibt, die bereits so lange am Markt sind, wird es gleichzeitig eine Reise in die Fondshistorie.

Zeit nehmen bei der Altersvorsorge

Bereits am 30. Oktober 1950 legte der Fondsanbieter ADIG den Fondak (ISIN: DE0008471012) auf, Deutschlands ältesten Aktienfonds. Die ADIG ist inzwischen zwar längst vom Markt verschwunden, doch den „Fonds für deutsche Aktien“ können Anleger weiterhin kaufen. Der Klassiker hat inzwischen bei Allianz Global Investors ein neues Zuhause gefunden.

Damals wie heute lautet das Motto „Wohlstand für alle“. In der Nachkriegszeit sollte eine renditestarke Anlageform etabliert werden, mit der die Bevölkerung mit geringen Beiträgen am Aufschwung der deutschen Wirtschaft teilhaben kann. Für alle, die mitmachten, ging der Plan auf: Wer vor 35 Jahren damit begann, für seine Altersvorsorge umgerechnet 100 Euro monatlich in den Fondak zu investieren, hätte heute Fondsanteile im Wert von über 188.974 Euro im Depot. Seit seiner Auflage erzielte er eine Rendite von mehr als 100.000 Prozent. Das entspricht durchschnittlich 10,31 Prozent pro Jahr (Stand: 29. Juni 2021). Damit entwickelte er sich besser als der Markt. Ebenfalls ein Dino unter den Deutschland-Fonds ist der Unifonds (ISIN: DE0008491002), mit dem Anleger 164.844 Euro erwirtschaftet hätten.

Mit einem global investierenden Aktienfonds hätten Anleger ihr Ruhestandsdepot sogar noch stärker füttern können: Der 1961 aufgelegte DWS Akkumula LC (ISIN: DE0008474024) investiert vornehmlich in Schwergewichte am internationalen Aktienmarkt. Mit einem monatlichen Betrag von 100 Euro hätten Investoren in 35 Jahren satte 208.598 Euro erwirtschaftet. Ebenfalls seit vielen Jahrzehnten zählt Union Investment zu den bekannten Namen auf dem deutschen Fondsmarkt. Mit dem weltweit investierenden Uniglobal (ISIN: DE0008491051), der 1960 an den Markt ging, dürften sich treue Anleger über 217.512 Euro freuen.

Bei der Altersvorsorge lassen sich Kursrücksetzer aussitzen

Ebenfalls im Jahr 1960 brachte die Allianz den US Large Cap Growth (ISIN: DE0008475039) auf den Markt. Dieser engagiert sich vorwiegend in Aktien von Unternehmen mit Sitz in den USA, die nach Einschätzung des Fondsmanagements unterbewertet sind. Wer dieser Anlagestrategie über 35 Jahre treu geblieben wäre und monatlich 100 Euro investiert hätte, könnte mit 248.483 Euro unbeschwert in den Ruhestand gehen.

Natürlich zeigt auch bei den genannten Fonds die Renditekurve in der Historie nicht nur nach oben: Aufgrund von Kriegen, Öl-, Wirtschafts- und Finanzkrisen mussten sie immer wieder teils herbe Kursverluste hinnehmen. Für Anleger zahlte es sich bislang aber immer aus, die Ruhe zu bewahren – denn früher oder später spielte der Faktor Zeit seine Stärke aus und die Kursverluste wurden mehr als wettgemacht. Sind Fonds als Altersvorsorge also wirklich zu riskant?

Übrigens: Einen Anlagehorizont von 90 Jahren zu betrachten ist mit Sicherheit übertrieben – aber eindrucksvoll: Wer zum Start 1928 in den drittältesten Aktienfonds der USA, den Pioneer Fund (ISIN: US7236821002), 1.000 US-Dollar investiert hätte, würde nun über mehr als 35 Millionen US-Dollar verfügen. Damit erhält die Redensart „Zeit ist Geld“ eine ganz neue Bedeutung.