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Auktion bei Christie‘s

Krypto-Kunst Mit NFTs in virtuelle Kätzchen und digitale Kunst investieren

Bits und Bytes im Wert von 69 Millionen US-Dollar: Jüngst wechselte eine digitale Fotocollage für einen Rekordbetrag den Besitzer. Wie das geht? Mit Non-fungible Tokens und der Blockchain. Was es damit auf sich hat? Das erfahren Sie hier!

31.05.2021 - 17:39 Uhr | in News

Non-fungible Tokens (NFTs), also digitale Echtheitszertifikate, erleben gerade einen Hype in der Kunstszene. Dabei existieren NFTs bereits seit vier Jahren. Angefangen hat alles mit einem auf der Ethereum-Blockchain basierten Spiel namens „Cryptokitties“. Im Rahmen dessen können Nutzer digitale Kätzchen züchten und jederzeit verkaufen, gehandelt wird in der Kryptowährung Ether. Solche virtuellen Fellnasen erzielten bereits sechsstellige Beträge.

Nun sorgte der Verkauf einer digitalen Fotocollage des Künstlers Mike Winkelmann – genannt Beeple – für Schlagzeilen. Das Bild brachte bei einer Auktion des altehrwürdigen Auktionshauses Christie’s eine Rekordsumme von mehr als 69 Millionen US-Dollar. Doch warum interessieren sich Anleger für Kunstobjekte beziehungsweise Videos, die sie sich auch kostenlos im Internet anschauen können?

Die Blockchain macht’s möglich

Wer bei Krypto nur an Währungen wie Bitcoin oder Ethereum denkt, der übersieht einen wichtigen Aspekt dahinter: Den Security Token. Dieser kann ein Abbild eines Vermögenswerts inklusive der entsprechenden Rechte und Pflichten schaffen – zum Beispiel von physischen Sachwerten wie Oldtimern, Kunstwerken oder Wein. Darüber hinaus können Anleger auch nur einen bestimmten Anteil daran erwerben. Das Zauberwort: Tokenisierung.

Tokenisierung bedeutet im Wesentlichen die Aufteilung eines Vermögenswerts. Der entsprechende digitale Anteil wird als Token bezeichnet. Wird beispielsweise ein Oldtimer tokenisiert, bedeutet das, dass mehrere Personen Anteile erwerben können. Jedem der Investoren gehört mit einem Token ein Stück des Oldtimers. So können sie an eventuellen Wertsteigerungen teilhaben. Tokens werden über die Blockchain gehandelt, eine dezentrale Datenbank.

Dezentral bedeutet: Jede Transaktion – das können Zahlungen sein, aber auch Verträge – wird parallel auf zahlreichen Rechnern gespeichert. Dadurch gibt es nicht nur eine zentrale Instanz, die die Daten kontrolliert. In regelmäßigen Intervallen werden die einzelnen Transaktionen zu Blöcken zusammengefasst (engl. Block) und mit einem eindeutigen digitalen „Fingerabdruck“ versehen. Diese Blöcke verweisen zeitlich auf ihre Vorgänger und Nachfolger, so dass eine Kette (engl. Chain) entsteht, die auf den digitalen Fingerabdrücken ihrer Nachbarn aufbaut.

Doch im Gegensatz zu Tokens, mit denen Werte beliebig oft zerstückelt werden können, handelt es sich bei NFTs um das gesamte Objekt der Begierde. Daher werden sie auch als Sammlerstücke gehandelt. Der Wert eines solchen Produkts liegt damit in seiner Einzigartigkeit.

Spekulation oder Vermögensanlage?

In der „realen“ Kunstwelt war das bislang teuerste Gemälde „Salvator Mundi“, das für netto 400 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte. Wer es für den Rekordbetrag ersteigerte? Unklar! Viele Kunstfreunde legen Wert auf Anonymität – und auch für sie ist Krypto-Kunst eine Option. Zwar ist dank der Blockchain jederzeit nachweisbar, wer der rechtliche Eigentümer des entsprechenden Kunstwerks ist. Seine analoge Identität bleibt aber unbekannt.

Nicht nur für Käufer und Verkäufer sind NFTs interessant. Auch Künstler können profitieren, weil sie eine Art Lizenzgebühr auf Weiterverkäufe erhalten – bis zu 10 Prozent. Neben dem Aspekt der Sicherheit spielen für viele Marktteilnehmer natürlich auch die Renditechancen eine wichtige Rolle. Doch der Markt für digitale Kunst steckt noch in den Kinderschuhen, was die Preisfindung erschwert. Denn die fehlende Historie an Transaktionen gibt nur wenige Anhaltspunkte für die Bewertung von NFTs. Ebenso können sie derzeit nur auf wenigen Online-Marktplätzen wie Opensea oder Rarible gehandelt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt: Der hohe Energieverbrauch. Eine Vielzahl von NFTs wird über die Ethereum-Blockchain verkauft, die derzeit zu den größten Stromfressern unter den Blockchains gehört. Zum Vergleich: Für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts werden etwa 494 Kilowattstunden Energie benötigt. Das entspricht knapp 10 Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain. Im Durchschnitt bedarf es ungefähr 4 Transaktionen, um einen NFT zu prägen und zu verkaufen. Damit steht der Hype im Konflikt mit dem wachsenden Umweltbewusstsein.