Anbieter im Vergleich Mit Wertpapieren clever vorsorgen

Die Inflation nimmt zu, die Zinsen sind im Keller und die Rente wird immer knapper: ETF- und Fonds-Sparpläne erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch welcher Depotanbieter hat die größte Auswahl und wo zahlt man am wenigsten? Wir haben uns zehn Dienstleister näher angeschaut.

15.09.2021 - 17:1515.09.21 - 17:17
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Zurücklegen und genießen
Zurücklegen und genießen: Wer rechtzeitig privat für den Ruhestand vorsorgt, senkt die Gefahr von Altersarmut © IMAGO / Westend61

Immer mehr Menschen wollen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern, anstatt allein auf den Staat zu setzen. Viele von ihnen suchen den Weg an die Finanzmärkte, um sich für die Rente abzusichern. Während einst der Bausparplan das beliebteste Anlageprodukt der Deutschen war, sind es heutzutage Aktien, Fonds und Anleihen. Das geht aus der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der DekaBank hervor. Mittlerweile legt jeder Vierte sein Geld für den Ruhestand am Finanzmarkt an. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Verbraucher, die ihr Geld in Wertpapiere investierten, noch bei 21 Prozent, 2019 waren es lediglich 17 Prozent.

Die Sorge vor Kurseinbrüchen und Totalausfällen führt jedoch dazu, dass viele Deutsche sich weiterhin vom Finanzmarkt fernhalten. Wer die Investition in Einzeltitel scheut, könnte in breit diversifizierten ETF- und Fonds-Sparplänen eine passende Alternative finden. Deren Beliebtheit zeigt sich anhand von Zahlen der ING Bank, die erst jüngst in Deutschland die Marke von einer Million aktiven Wertpapier-Sparplänen geknackt hat. „Die durchschnittliche Sparrate über alle vier Assetklassen (Aktien, Fonds, ETFs und Zertifikate) hinweg beträgt 132 Euro. ETFs sind hierbei mit einem Anteil von rund 68 Prozent am beliebtesten, gefolgt von Aktien und Fonds mit einem Anteil von jeweils rund 16 Prozent“, berichtet die ING Deutschland.

Für die Beliebtheit der Produkte gibt es viele Gründe. Die anhaltenden Strafzinsen lassen gepaart mit der steigenden Inflation die Skepsis vieler Deutscher gegenüber den Finanzmärkten schrumpfen. Hinzu kommt die Angebotsoffensive vieler Neo-Broker. Trade Republic und Scalable Capital bieten beispielsweise gebührenfreie ETF-Sparpläne an – ING Deutschland hat nachgezogen.

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Anbieter im Vergleich

Es zeigt sich jedoch, dass die Sparer im Umgang mit Kapitalmarktprodukten unterschiedlich selbstbewusst sind. So gaben 44 Prozent der Teilnehmer der YouGov-Umfrage an, sich beim Thema Altersvorsorge unsicher zu fühlen und nicht genau zu wissen, wie sie ihr Geld am besten anlegen sollen.

Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema beschäftigen. Nicht nur, weil die gesetzliche Rente aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und einer schwindenden Zahl an Beitragszahlern schon bald nicht mehr für einen entspannten Lebensabend ausreichen könnte, sondern auch, weil sich langfristige Investmentstrategien auszahlen. Grund dafür ist der Zinseszinseffekt, mit dessen Hilfe aus angesammelten Erträgen Jahr für Jahr weitere Wertzuwächse entstehen. 

Depot & Sparplan auswählen

Bevor allerdings mit Wertpapieren gespart werden kann, brauchen Anleger ein Depot. Neben Banken und Sparkassen bieten das mittlerweile auch Neo-Broker an.

Die Anbieter unterscheiden sich dabei in ihren Leistungen. Während der eine gebührenfreie Sparpläne anbietet – meist auf ETF-Basis –, hat der andere die größere Auswahl. Da man angesichts der umfangreichen Produktpalette schnell den Überblick verliert, haben wir die ETF- und Fonds-Sparplan-Angebote von zehn Anbietern unter die Lupe genommen, die gerade besonders gefragt sind (siehe Abbildung).

Abbildung: Vergleich der Anbieter

Quelle: Eigene Recherche