Multi-Asset-Strategie im Fokus Warum nicht mal mREITs?

ANZEIGE

Viele Investoren stellen sich Multi-Asset-Fonds als starren Mix aus klassischen Aktien und Anleihen vor. Die Anlagevehikel geben jedoch weit mehr her. Graeme Sharpe vom schottischen Vermögensverwalter Kames Capital stellt im Interview mREITs als weitere Renditequelle vor.

10.08.2017 - 09:1610.08.17 - 09:29
|
Von: 
|
|
Bürohäuser in Benidorm, Spanien: mREITs aus dem Geschäftssegment beteiligen sich an Gewerbeflächen, Hotels und Lagerräumen
Bürohäuser in Benidorm, Spanien: mREITs aus dem Geschäftssegment beteiligen sich an Gewerbeflächen, Hotels und Lagerräumen© Getty Images

der fonds: Herr Sharpe, was ist ein mREIT?

Graeme Sharpe: Das „m“ steht für „mortgage“, „REIT“ für „Real Estate Investment Trust“. mREITs verschaffen Investoren wie REITs Zugang zu Immobilienmärkten – allerdings auf eine etwas andere Art.

Wo liegt der Unterschied?

Sharpe: REITs zielen auf physische Objekte und Grundstücke ab. Die Umsätze stammen hier meist aus Mieten oder Pachtzahlungen. mREITs legen hingegen in Hypotheken an.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Sharpe: Angenommen, eine Bank gewährt einem Immobilienkäufer einen Kredit. Dieser Kredit wird im zweiten Schritt weiter verkauft – und zwar an einen mREIT. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein forderungsbesichertes Wertpapier, bei denen Tilgungs- und Zinszahlungen aus den zugrundeliegenden Hypotheken weitergereicht werden.

Wo sind REITs besonders gefragt?

Sharpe: In den USA wird das Gros an Hypotheken von den ausgebenden Banken oder öffentlichen Körperschaften in besicherten Wertpapieren, sogenannten Mortgage Backed Securities (MBS), gebündelt.

Was haben mREITs und REITs gemeinsam?

Sharpe: mREITs unterliegen den gleichen Steuerregeln wie REITs. Erstens müssen sie mindestens 90 Prozent ihrer Umsätze an die Inhaber weitergeben. Zweitens müssen mindestens 75 Prozent ihrer Umsätze aus Immobilien generiert werden. Und drittens müssen mindestens 75 Prozent ihres Kapitals in Immobilien, Cash oder staatlichen Wertpapieren investiert sein.

Welche Arten von mREITs gibt es?

Sharpe: Es gibt drei Kategorien: Den Wohnungs- und Häusermarkt, den Gewerbemarkt und eine Mischung aus beidem. Auf Wohnimmobilien spezialisierte mREITs erwerben Hypothekenbündel privater Hauskäufer. In den USA ist die Mehrheit dieser Wertpapiere staatlich besichert. mREITs aus dem Gewerbesegment beteiligen sich hingegen an Hotels, Bürogebäuden und Lagerräumen. Hier gibt es in der Regel keine staatliche Absicherung.