Nach der Wahl-Entscheidung in FrankreichEuropäische Aktien im Fokus der Anleger

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Nach der Frankreich-Wahl kann Europa zur Normalität zurückkehren. Vorerst. Doch welche Chancen bietet der Kontinent für Multi-Asset-Anleger? Investment-Stratege Daniel Lösche zur Frage, wo Schroders auf fundamentaler Basis jetzt die größten Rendite-Möglichkeiten sieht.

11.05.2017 - 10:43 Uhr11.05.17 10:43
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Daniel Lösche, Investment-Analyst bei der Fondsgesellschaft Schroders
Daniel Lösche, Investment-Analyst bei der Fondsgesellschaft Schroders

Ganz ohne Zweifel ist 2017 ein Jahr, das von wegweisenden politischen Entscheidungen für die Staaten der EU geprägt wird. Das verblüffende dabei ist: Die Unsicherheit am Aktienmarkt ist derzeit vergleichsweise moderat. Mehr noch: Nach dem deutlichen Sieg von Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich wurde ein großer Risikofaktor, nämlich ein drohendes Auseinanderbrechen sowohl der Staatengemeinschaft als auch des Euro infolge eines Wahlgewinns seiner Konkurrentin Marine Le Pen, zunächst abgewendet.

Aus unserer Sicht erscheint es für Anleger grundsätzlich ratsam, politische Risiken zwar nicht zu ignorieren – sie sollten jedoch immer im Kontext der jeweiligen konjunkturellen Lage beurteilt und auf langfristige Sicht nicht überbewertet werden. Nach der Wahl in Frankreich richtet sich der Fokus der Investoren jetzt wieder vermehrt auf die Konjunkturdaten und die Gewinnentwicklung der Unternehmen – und für die EU sind diese derzeit höchst erfreulich.

Das Wachstum beschleunigt sich

Die Konjunkturentwicklung in Europa sehen wir derzeit positiv. Zuletzt haben wir einige angenehme Überraschungen erlebt und das Wirtschaftswachstum hat sich nochmals beschleunigt. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der aktuell laufenden Berichtssaison, in der viele europäische Unternehmen mit guten Zahlen überzeugen.

Auch die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) steuert hierzu ihren Anteil bei, da sie das konjunkturelle Wachstum unterstützt. Eine allmähliche Reduzierung der Anleihekäufe, sollte nicht vor 2018 einsetzen – und auch dann vermutlich eher behutsam. Gleichfalls rechnen wir nicht damit, dass Mario Draghi die Zinsen vor Ende 2018 anheben wird. Somit dürfte das geldpolitische Umfeld noch eine ganze Zeit lang expansiv für die Wirtschaft wirken.

Ein weiteres Thema, das Europa in der Zukunft beschäftigen wird, ist der Brexit. Da sich die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien noch in einem frühen Stadium befinden, sind die konkreten Auswirkungen derzeit schwer abzusehen. In Anbetracht der Komplexität, des Umfangs sowie der auseinander liegenden Interessenslagen im Austrittsprozess rechnen wir damit, dass der Brexit mittelfristig wieder für Unsicherheit sorgen dürfte.