Währungen nach Trump-Sieg Warum die dänische Krone kein sicherer Hafen mehr ist

Wenn es an Finanzmärkten kriselt, stürzen sich Anleger in der Regel auf dänische Kronen. Nicht so nach der US-Präsidentschaftswahl: In der neuen Donald-Trump-Welt hat die Währung offenbar ihre Anziehungskraft verloren.

14.11.2016 - 16:1915.11.16 - 11:12
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Als Europa in die Schuldenkrise abrutschte, flossen Gelder nach Dänemark. Als die Schweiz ihren Mindestkurs für den Euro aufgab, flossen Gelder nach Dänemark. Und als sich die Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) entschieden, flossen ebenfalls Gelder nach Dänemark.

Nicht so nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten: Die dänische Krone gewann in den Tagen nach der US-Wahl nicht an Attraktivität. Laut Analysten schadet der Plan Trumps, die USA vom Welthandel zu isolieren, der Währung massiv.

Experten der Nordea Bank gehen davon aus, dass der Handelskrieg, den Trump entfesseln könnte, die Dänen besonders stark belasten wird. Hinter rund der Hälfte der Wirtschaftsleistung des Landes steht der Export. Falls Trump seine Ankündigungen in die Tat umsetzt, stehen in Dänemark bis zu 10.000 Jobs auf dem Spiel.

Trump schadet Dänemark

Trumps politische Entscheidungen könnten den dänischen Leistungsbilanzüberschuss um ein Drittel reduzieren. Er würde dann bei rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Das ist noch immer ein riesiger Wert, doch der Umfang der Veränderung wird den Wechselkurs treffen.

Die Kurse dänischer Benchmark-Aktien sind am Tag nach Trumps Sieg deutlich gefallen. Der Aktienindex OMX Copenhagen 20 verlor nach Trumps Wahlsieg 3,3 Prozent. Er wird von Namen geprägt wie A.P. Moller-Maersk, einem globalen Reederei-Giganten, und Vestas Wind Systems, einem Weltmarktführer für Turbinen im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit dem Kursrutsch bewegte sich der Index in dieselbe Richtung wie der MSCI-Index für Schwellenländer.

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