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Wasser marsch

Rekordzuflüsse bei ESG-Publikumsfonds Nachhaltige Fonds um ein Drittel gewachsen

Höchststand trotz Corona-Pandemie: Zum Jahresende 2020 wurden laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) 147 Milliarden Euro in nachhaltigen Fonds verwaltet. Auch bei der Rendite haben ESG-Produkte die Nase vorn.

01.03.2021 - 16:34 Uhr | in News

Das in nachhaltigen Fonds verwaltete Vermögen ist im Jahr 2020 um 33 Milliarden Euro (29 Prozent) gestiegen. Das geht aus dem aktuellen „Fokus Nachhaltigkeit“ des BVI hervor. Bei den Publikumsfonds stieg das Volumen sogar um 52 Prozent auf 91 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bei konventionellen Fonds lag der Zuwachs nur bei knapp 3 Prozent. Das verwaltete Vermögen nachhaltiger Spezialfonds lag Ende des vergangenen Jahres bei 56 Milliarden Euro, was einem Wachstum von etwa 4 Prozent entspricht.

Haupttreiber der positiven Entwicklung bei nachhaltigen Publikumsfonds war das Neugeschäft. Mit Zuflüssen von rund 21 Milliarden Euro war 2020 das mit Abstand erfolgreichste Absatzjahr.

242 neue Produkte

Im gesamten Fondsmarkt spielen Nachhaltigkeitsfonds eine immer bedeutendere Rolle: Ihr Anteil am Neugeschäft aller Publikumsfonds betrug im vergangenen Jahr rund 48 Prozent – 2018 waren es nur 16 Prozent. Bemerkenswert ist, dass im Bereich der nachhaltigen Fonds selbst während der Corona-bedingten Marktturbulenzen im März 2020 kaum Netto-Anteilsrückgaben verzeichnet wurden, während aus konventionellen Fonds rund 21 Milliarden Euro abflossen. Seitdem sind die monatlichen Netto-Mittelzuflüsse in ESG-Fonds rasant auf drei Milliarden Euro im Dezember 2020 gewachsen.

Die hohe Marktdynamik zeigt sich auch daran, dass immer mehr nachhaltige Produkte aufgelegt werden. Deutsche Anleger können aus einem Angebot von 878 Anteilscheinklassen (davon 44 ETFs) wählen. Das sind 242 mehr als im Vorjahr.

Spezialfonds stagnieren

Bei nachhaltigen Spezialfonds schwankte das Netto-Mittelaufkommen hingegen um die Nulllinie. Ihr Absatz wird aus Sicht des BVI insbesondere durch zwei Faktoren gebremst: Einerseits investieren viele institutionelle Anleger, zum Beispiel Kirchen oder Stiftungen, schon seit vielen Jahren nach ökologischen oder sozialen Kriterien. Andererseits scheint es eine Tendenz zu geben, Spezialfonds wegen der Unklarheiten bei zukünftigen regulatorischen Anforderungen formal vorerst nicht als nachhaltig zu klassifizieren – selbst dann, wenn sie teilweise bereits Nachhaltigkeitsaspekte in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

Nachhaltigkeitsfonds bringen höhere Rendite

Die gute Wertentwicklung im vergangenen Jahr dürfte die Nachfrage nach ESG-Fonds ebenfalls gestützt haben. Die Tabelle unten zeigt die durchschnittliche Rendite der fünf wichtigsten Gruppen nachhaltiger Publikumsfonds (nach Anzahl der Produkte) im Kalenderjahr 2020 im Vergleich zu konventionellen Fonds der gleichen Gruppe.

                              Quelle: Bundesverband Investment und Asset Management (BVI)

In allen fünf Gruppen, darunter global anlegenden Aktienfonds und Unternehmensanleihe-Fonds, wiesen nachhaltige Produkte eine höhere Rendite auf. Unter Berücksichtigung der Volatilität ergibt sich eine risiko-adjustierte Rendite, die 0,1 bis 0,2 Punkte über der von konventionellen Fonds liegt. Eine Rolle dürfte dabei allerdings auch der in der Corona-Krise vorteilhafte Sektormix vieler nachhaltiger Strategien gespielt haben.

2 Gemessen als Differenz der jeweiligen „sharpe ratio“, das heißt der Überrendite (gegenüber einem risikolosen Zins) unter Berücksichtigung der Volatilität. Werte über null weisen auf eine risiko-adjustiert bessere Wertentwicklung nachhaltiger Fonds hin.