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Zollkontrolle im Nordseehafen Emden: Der Außenhandel macht 87 Prozent des deutschen BIPs aus

Neue Rekorde im deutschen Außenhandel Höchste bisher gemessene Monatswerte

Aktuelle Zahlen zeigen: Deutschlands Exportmotor läuft im oberen Drehzahlbereich. Doch weil die Ausfuhren mittlerweile eine Größenordnung von 87 Prozent des deutschen BIP erreicht haben, drohen Gefahren bei zunehmenden Abschottungstendenzen auf dem Weltmarkt.

09.01.2017 - 11:22 Uhr | in Märkte

Trotz der unsicheren konjunkturellen Entwicklung weltweit hat Deutschland im November so viel exportiert und importiert wie nie zuvor: Bei den Exporten wurden im November mit 108,5 Milliarden Euro und bei den Importen mit 85,8 Milliarden Euro neue Höchststände erreicht, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte im November um 5,6 Prozent höher. Damit wurde der bisherige Bestwert vom März 2015 um fast eine Milliarde Euro übertroffen. Im Vormonatsvergleich verbesserte sich das Auslandsgeschäft um 3,9 Prozent – kräftigster Anstieg seit viereinhalb Jahren. Den Berechnungen von Volkswirten im Vorfeld der jetzt veröffentlichten Zahlen zufolge hätte es lediglich für ein Plus von 0,5 Prozent gereicht.

Die Importe kletterten im November um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 82,8 Milliarden Euro. Die Destatis-Statistiker weisen explizit darauf hin, dass es sich „in beiden Verkehrsrichtungen“ um den „jeweils höchsten bisher gemessenen Monatswert“ handelt.

Auf der Grundlage der Zahlen ergab sich damit für November ein Außenhandelsüberschuss von 22,6 Milliarden Euro. Volkswirte hatten zuvor lediglich 20,0 Milliarden Euro erwartet.

Exporte in EU-Länder und Drittstaaten gestiegen

Die Exporte in EU-Länder legten mit einem Plus von 5,2 Prozent kräftig zu. Auffällig bei den europäischen Zahlen: Die Ausfuhren in die EU-Länder, die nicht zum Euroraum zählen, etwa Großbritannien und Polen, wuchsen nur um 2,8 Prozent. Noch besser fiel das Exportgeschäft mit Ländern außerhalb der EU, sogenannten Drittstaaten, aus: Die Ausfuhren nach China, Russland, Brasilien und den USA machten einen großen Sprung von 7,6 Prozent zum Vorjahr.

Befeuert durch den schwachen Euro ist die Nachfrage nach deutschen Produkten weltweit weiterhin ungebrochen. Kurz vor Weihnachten war die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Der Trend der glänzenden Außenhandelszahlen könnte vor diesem Hintergrund anhalten. „Für das Gesamtjahr 2016 erwartet der BGA bei den Exporten ein Ergebnis auf dem hohen Vorjahresniveau von rund 1.200 Milliarden Euro und rechnet im kommenden Jahr 2017 mit einem Wachstum der Ausfuhren von bis zu 2,5 Prozent auf 1.230 Milliarden Euro“, erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zum Jahreswechsel.