Neue Zeitrechnung im Anleihen-Trading Erste elektronische Bond-Order ausgeführt

Anfang Januar 2017 wurde die erste elektronische Order im Rahmen einer Anleihe-Neuemission ausgeführt. Mit diesem Schritt wollen Banken und Investoren die Effizienz im Allokations-Prozess voran bringen.

11.01.2017 - 17:3211.01.17 - 18:15
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Anfang 2017 war es soweit: Im Rahmen einer Transaktion der Commonwealth Bank of Australia kam die erste elektronische Live-Order zum Einsatz. Sie folgte einer zweijährigen Testphase, die von 11 Banken und über 100 Investoren begleitet wurde, wie der Technologie-Anbieter Ipreo mitteilte. Das Unternehmen erwartet, dass im Laufe des Januars bis zu 30 Investoren elektronische Orders abgeben werden, sagte Bill Sherman, Executive Vice President in New York.

Das sogenannte Ipreos Investor Access System erlaubt Bond-Investoren die Platzierung von Orders und den digitalen Empfang von Zuteilungen als Alternative zur Kommunikation via Telefon, E-Mail oder Instant Messaging mit Sales-Mitarbeitern bei Banken. Mit elektronischem Trading soll in der Finanzbranche das Fehlerrisiko gemindert werden.

„Ich gehe davon aus, dass die elektronische end-to-end Kommunikation in der Finanzbranche die Regel werden wird“, sagt Chris Jones, Managing Director in der Anleihe-Abteilung der HSBC Holdings in London, die als Co-Manager an der Commonwealth Bank Transaktion beteiligt war. „Wir sehen den größten Vorteil in dieser Art der Kommunikation darin, dass wir unseren Sales-Mitarbeitern und Kunden Zeit ersparen.“

Zugang zum Ipreos Investor Access System steht allen Banken offen

Die Commonwealth Bank of Australia legte am 5. Januar einen fünfjährigen Covered Bond im Volumen von 350 Millionen Pfund (403 Millionen Euro) auf, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Ipreo gab nicht bekannt, welches Volumen aus der Emission elektronisch bearbeitet wurde. Der Zugang zum Ipreos Investor Access System steht bereits allen Banken in Europa offen und wird noch in diesem Jahr in Asien vorgestellt.

Elektronische Orders sind eine der Forderungen der Investment Association, einer Vereinigung aus 200 britischen Vermögensverwaltern. Die Vereinigung, deren Mitglieder mehr als 5,7 Billionen Pfund (6,6 Billionen Euro) betreuen, verlangt zudem von den Banken, mehr Informationen darüber zu veröffentlichen, wie die Zuteilung von Anleihen im Rahmen einer Neuemission erfolgt.