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Treffen der Staatschefs der Slowakei (Andrej Kiska, l.) und Mexiko (Enrique Peña Nieto) in Mexico City: Mit dem Welthandel haben sich auch die Schwellenländer erholt

NNIP-Jahresausblick 2018 Wie entwickeln sich Anlagen in einem Umfeld steigender Zinsen?

Das globale Wachstum wird 2018 voraussichtlich stabil bleiben. Die Analysen von NNIP deuten deshalb auf ein weiterhin günstiges Umfeld hin, von dem insbesondere Aktien profitieren: Vor allem Werte aus Japan, den Schwellenländern und der Eurozone sind interessant. Anleihen hingegen stehen vor Herausforderungen. Drei NNIP-Analysten geben einen Überblick.

23.11.2017 - 14:29 Uhr | Von:  in Aktien

„Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind so günstig wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr“, beobachten die Analysten von NN Investment Partners in Frankfurt am Main. Seit Ende 2016 zeige das globale Wachstum nach zwei Jahren mit nachlassender Dynamik wieder nach oben. Eine Kombination aus sich beschleunigendem Gewinnwachstum, aufhellendem Geschäftsausblick und steigenden Investitionen habe das globale Wachstum ans obere Ende seiner Bandbreite seit der Finanzkrise getrieben.

Noch keine klaren Anzeichen für übertriebenen Optimismus an den Märkten

Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners: „Die brennende Frage ist natürlich, ob das globale Wachstum seine langjährige Obergrenze von rund 3,5 Prozent im Jahr 2018 durchbrechen wird. Um mit der ,schlechten‘ Nachricht zu beginnen: unserer Ansicht nach nicht. Ein nachhaltiger Durchbruch würde darauf beruhen, dass die erwähnte Kombination aus Gewinnwachstum, Geschäftsausblick und Investitionen weiter an Stärke gewinnt. Auch wenn das Gewinnwachstum weiter im zweistelligen Bereich liegen dürfte, wird es sich vermutlich abschwächen, da die die zyklische Erholung des Produktivitätswachstums vorerst größtenteils ihren Lauf genommen hat und die Preissetzungsmacht nicht zunehmen wird. Zugleich sollten die Löhne moderat steigen, insbesondere in den USA und Japan. Die Abkühlung des Gewinnwachstums geht einher mit einer Stabilisierung des Geschäftsausblicks, was nahelegt, dass die Investitionsdynamik der Unternehmen robust bleiben sollte, sich wahrscheinlich aber nicht beschleunigen wird.

Die gute Nachricht ist, dass die Konjunktur vermutlich nicht ins Stocken geraten wird. Das Wachstum steht sowohl auf Länder- als auch auf Branchenebene auf so breiten Füßen wie seit 2008 nicht mehr. Darum hat sich wahrscheinlich auch der Welthandel im letzten Jahr so stark erholt. Darüber hinaus steigen sowohl die Verbrauchernachfrage als auch die Investitionsaufwendungen stark an, während die Risiken in Bezug auf die Fiskalpolitik eher nachlassen. Das deutet darauf hin, dass das Wachstum auch von der Nachfrageseite Unterstützung erfährt.

Während die reale Seite der Wirtschaft voranprescht, bleibt die nominale Seite rätselhaft. Lohn- und Preisinflation sowie das Produktivitätswachstum bleiben verhalten. Diese Säulen werden im Jahr 2018 ausschlaggebende Faktoren sein: Sie müssen wieder aufleben, um das Nominalwachstum nach oben ausbrechen zu lassen – und um den einen weiteren Aufwärtstrend bei wachstumsorientierten Vermögenswerten wie Aktien anzuheizen. Das Rätsel der niedrigen Inflation und der niedrigen Produktivität verlangt eine erhöhte Unsicherheitsprämie und ist der Hauptgrund für eine Marktökologie, die hohe absolute Bewertungen – und niedrige erwartete Renditen – in Kombination mit nach wie vor attraktiven relativen Bewertungen aufweist.

Die Angst vor überhöhten Bewertungen ist verständlich, führt allerdings zu Chancenverlusten, die möglicherweise das Renditepotenzial schmälern. Unsere Analysen zu den Treibern des Anlegerverhaltens weisen darauf hin, dass wir bei riskanten Anlagen sicherlich noch kein negatives Terrain betreten haben. Die Kennzahlen für die Marktstimmung, die Emotionen der Anleger, das Herdenverhalten, die Liquiditätsbedingungen und die Positionierung tragen zu dieser Schlussfolgerung bei. Aber die einfachste Erklärung ist, dass es immer noch keine klaren Anzeichen für übertriebenen Optimismus an den Märkten gibt.“