Notenbank-Gipfeltreffen in Jackson Hole Draghi braucht die große Bühne nicht

Im US-Bundesstaat Wyoming treffen die Chefs der wichtigsten Notenbanken der Welt vom 24. bis 26. August zusammen. Viele Blicke ruhen dabei auf dem Vorsitzenden der Europäischen Zentralbank Mario Draghi.

24.08.2017 - 13:3625.08.17 - 09:30
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Fed-Chefin Janet Yellen und der EZB-Vorsitzende Mario Draghi beim G7-Gipfel in Sendai, Japan: Der Italiener steht aufgrund der guten Wirtschaftslage in Europa weniger unter Druck
Fed-Chefin Janet Yellen und der EZB-Vorsitzende Mario Draghi beim G7-Gipfel in Sendai, Japan: Der Italiener steht aufgrund der guten Wirtschaftslage in Europa weniger unter Druck © Getty Images

Es ist mal wieder soweit: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) lädt zu ihrem „Economic Symposium“ im idyllischen Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Und alle kommen, um zu diskutieren, wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht: Wirtschaftsexperten, Akademiker und US-Regierungsvertreter lauschen den Worten von Fed-Chefin Janet Yellen und dem Vorsitzenden der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi.

Hohe Erwartungen an die Auftritte der beiden Notenbankchefs haben Experten aber nicht: „Draghi hat schon bei seinem Treffen in Deutschland wenig gesagt und wir erwarten diesen friedfertigen Ton vom EZB-Präsidenten auch beim Treffen in Jackson Hole“, sagt zum Beispiel Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra, einer Boutique von BNY Mellon Investment Management. Vor dem Hintergrund der weit auseinanderliegenden Bewertungen deutscher und italienischer Staatsanleihen werde Draghi sowieso keine Unruhe in die Märkte bringen wollen. Höchstens ein paar Anmerkungen werde man ihm entlocken können, meint Hatfield.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann plädiert für Ende der lockeren Geldpolitik

Dabei könne es Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank, zufolge in Jackson Hole durchaus eine große Ankündigung geben. Denn aus seiner Sicht gibt es aufgrund des niedrigen Inflationsausblicks keinen Bedarf, die als Quantitative Easing (QE) bekannte lockere EZB-Geldpolitik weiter fortzusetzen. Die Bestätigung des geplanten QE-Abschlusses zum Jahresende blieb seitens der EZB bislang aber aus. Ein abruptes Ende ist nach Weidmanns Worten zwar nicht der richtige Weg, ein rascher Ausstieg aus dem Programm wäre aber wünschenswert.