Öl-Preise und Fördermengen steigen weiter Naht das Ende des Billig-Benzins?

Hoch, höher ...: Der Öl-Preis kennt nach seinem tiefen Fall nur eine Richtung: Steil nach oben. Ende Mai kletterte er erstmals 2016 über die 50-Dollar-Marke. Ob der Trend anhält, ist in Expertenkreisen allerdings sehr umstritten – und beunruhigt neben industriellen Abnehmern auch immer mehr Endverbraucher.

06.06.2016 - 16:2906.06.16 - 17:05
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Günstiges Öl macht das Leben leichter: Verbraucher sparen an der Tankstelle und müssen weniger fürs Heizen zahlen. Bis Anfang des Jahres konnten sie diesen Luxus genießen, denn ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete nur noch etwa 30 US-Dollar. Anfang 2014 waren dafür noch mehr als 100 US-Dollar fällig. Grund für den Preisverfall war in erster Linie das Überangebot an den Weltmärkten.

Saudi-Arabien förderte, was das Zeug hält. Der Irak erhöhte 2015 seine Produktionsmenge um eine Million Barrel pro Tag. Und kürzlich trat auch der Iran nach jahrelangen Embargos wieder in den umkämpften Markt ein.

Araber wollen USA aus dem Markt drängen

Mit der expansiven Förderpolitik wollen die Opec-Länder Wettbewerber wie die US-amerikanischen Schieferölproduzenten aus dem Markt drängen. Das Geschäft der Amerikaner lohnt sich nur bei Ölpreisen deutlich über 50 US-Dollar ...

Diese Taktik ist bis in den April hinein nicht aufgegangen. Die Preise blieben niedrig, wodurch einige Konkurrenten der Araber zwar in Schwierigkeiten gerieten, aber nicht das Handtuch warfen.

Im Mai folgte dann die große Überraschung: Die Reserven in den US-Lagern schmolzen dahin, weil die Nachfrage aus China und Indien rasant zunahm. In der Folge stiegen die Öl-Preise. Ende Mai überschritten sie zweitweise sogar die psychologisch wichtige Marke von 50 US-Dollar. Aktuell kostet ein Barrel Brent knapp unter 50 US-Dollar.