Infografik zum Klimawandel Pariser Klimaziele weit entfernt – Hitze droht

1,8 oder 2,7 Grad Celsius? Die aktuelle Prognose des Analyseprojekts Climate Action Tracker (CAT) zeigt, wie weit die Menschheit von der Einhaltung der Pariser Klimaziele entfernt ist. Wenn sich nichts ändert, dürfte es auch in einigen deutschen Regionen schon bald ungemütlich heiß werden.

22.11.2021 - 15:2322.11.21 - 15:50
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Salsatänzer:innen im Freiburger Mensabrunnen:
Salsatanz im Freiburger Mensabrunnen: In vielen Regionen Süd- und Westdeutschlands wird es bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich mehr heiße Tage geben© Imago Images / Jochen Tack

Die aktuellen Ziele und Versprechen der Regierungen zur Senkung der Emission von Treibhausgasen reichen nicht aus, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Selbst wenn alle Ziele und Zusagen umgesetzt werden, würde die globale Temperatur am Ende des Jahrhunderts 2,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis der aktuellen Prognose des Analyseprojekts Climate Action Tracker (CAT).

Werden diese Ziele und Versprechen nicht umgesetzt, dann steigt die globale Durchschnittstemperatur bis 2100 sogar um 2,7 Grad Celsius. Doch selbst im optimistischsten Szenario mit verstärkten Klimaschutz-Anstrengungen würde die Erderwärmung immer noch bei 1,8 Grad liegen.

Basis für die Prognose sind Daten von 32 Staaten, die zusammen für rund 80 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind. Erstellt wird der CAT von den Instituten New Climate Institute und Climate Analytics sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Gestartet wurde die Webseite im November 2009. Finanziert wird der CAT von der European Climate Foundation. Seine Ergebnisse werden unter anderem in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Erwärmung in Deutschland

Eine hohe Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre schränkt das Entweichen der von der Erde abgestrahlten Wärme in das Weltall ein. Die Folge: Die Temperaturen auf der Erde steigen. Messbar wird die globale Erwärmung unter anderem anhand der Anomalien der globalen durchschnittlichen Kontinental-Temperaturen. Temperaturanomalien sind Abweichungen der Temperatur gegenüber langjährigen Mittelwerten. Was die Erderwärmung für die einzelnen Regionen in Deutschland bedeutet, zeigt diese Statista-Grafik.

Die oft als „Worst-Case“-Szenario bezeichnete Prognose wird derzeit als besonders wahrscheinlich eingeschätzt. Sie geht von einer Weltwirtschaft aus, die im Prinzip so weiter macht wie bisher und ihren hohen Energieverbrauch primär über fossile Brennstoffe deckt. Der Weltklimarat IPCC hat sie 2005 unter dem Kürzel RCP 8.5 entwickelt. Die RCP-Szenarien legen bestimmte Modelle von Treibhausgaskonzentrationen fest und berechnen die dadurch verursachte Klimaänderung. Bei RCP 8.5 erreicht der Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 im Vergleich mit dem vorindustriellen Zustand (Mittelwert der Jahre 1850-1879) ein Plus von rund 4,8 Grad. In Karlsruhe würde die Höchsttemperatur in diesem Szenario bis Ende des Jahrhunderts an über 50 Tagen im Jahr bei mindestens 30 Grad Celsius liegen. Derzeit ist es dort lediglich an 15 bis 20 Tagen so heiß. Auch in vielen anderen Regionen Süd- und Westdeutschlands würde es deutlich mehr heiße Tage geben.

Erderwärmung: Weniger Eis, höhere Meeresspiegel

Erkennbar wird der Temperaturanstieg auch bei Betrachtung der Gletscher. Ihr durchschnittlicher jährlicher Masseverlust betrug im Jahr 2018/19 weltweit über einen Meter. Auch die Fläche der Arktis verkleinerte sich in den vergangenen 40 Jahren, während die Höhe des Meeresspiegels gleichzeitig erkennbar anstieg.

Lest auch, wie ihr im Einklang mit den Pariser Klimazielen investiert: Seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 haben nachhaltige Investments den Mainstream erreicht. Fonds und ETFs, die sich an den Vereinbarungen orientieren, boomen. Wir vergleichen zwei pariskonforme ETFs und einen Fonds mit einem herkömmlichen MSCI-World-ETF.