Parlamentswahl in Frankreich So reagieren die Finanzmärkte

Sieg für Emmanuel Macron: Seine Partei La République en Marche ist künftig wahrscheinlich mit einer absoluten Mehrheit in der französischen Nationalversammlung vertreten.

12.06.2017 - 13:2112.06.17 - 15:06
|
Von: 
|
|
Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron: Wirtschaftsexperten begrüßen den Sieg seiner Partei bei den Parlamentswahlen
Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron: Wirtschaftsexperten begrüßen den Sieg seiner Partei bei den Parlamentswahlen© Getty Images

Emmanuel Macron erzielte beim ersten Wahlgang zur französischen Nationalversammlung ein hervorragendes Ergebnis. Nach ersten Hochrechnungen ziehen mehr als 400 Abgeordnete seiner Partei La République en Marche (REM) in die 577 Sitze zählende Nationalversammlung ein. Investoren stellen sich jetzt die Frage: „Wie reagieren die Börsen“?

Die europäischen Aktienmärkte gingen am Tag der Wahl leicht auf Tiefflug. Der Euro Stoxx 50 sank um 0,8 Prozent auf 3.558 Punkte. Der Stoxx Europe 600 verbucht ein Minus von 0,7 Prozent und rangiert aktuell bei 387,58 Punkten. Der Dax verbuchte ein Minus von 0,8 Prozent auf 12.710 Punkte.

Bloomberg-Analysten führen den Abwärtstrend jedoch nicht in erster Linie auf die französische Parlamentswahl zurück. Tonangebend war aus ihrer Sicht vielmehr ein weltweiter Ausverkauf bei Technologieaktien. Der Technologieindex des Stoxx Europe 600 gab mit minus 3,6 Prozent mit Abstand am stärksten unter allen Sektor-Indizes nach, nachdem zuvor schon der Nasdaq-Composite-Index und der MSCI-World-IT-Index kräftig nachgegeben hatten. Auslöser waren Äußerungen des Goldman Sachs-Managers Robert Boroujerdi, der gewarnt hatte, die geringe Volatilität bei Aktien wie Facebook, Amazon und Apple könne Investoren für Risiken blind machen.

Staatsanleihen notieren höher

Europäische Staatsanleihen notieren am Tag nach der französischen Parlamentswahl durchweg höher. Der Spread zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Staatsanleihen engte sich um zwei Basispunkte ein. Noch ausgeprägter war die Spread-Verringerung mit 5 Basispunkten bei italienischen Staatsanleihen. Hier preisen Marktteilnehmer weiterhin eine vorgezogene Neuwahl aus.