Pimco-Analyst Joachim Fels zur Zentralbankpolitik„Fed und Bank of England führen kalten Währungskrieg“

Die Notenbanken der USA und Großbritanniens sind in einen Währungskrieg eingetreten. Diese These stellt Joachim Fels vom US-Vermögensverwalter Pacific Investment Management (Pimco) auf.

08.02.2017 - 17:02 Uhr08.02.17 17:02
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Joachim Fels, Berater für globale Ökonomie bei Pimco
Joachim Fels, Berater für globale Ökonomie bei Pimco

Während die Zentralbanken der Eurozone, Japans und Chinas im zweiten Halbjahr 2016 alle zu verdeckten Maßnahmen zur Währungsabwertung gegriffen haben, schlägt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit dem Versuch einer zurückhaltenden Zinserwartung nun zurück, sagt Joachim Fels, Pimcos Berater für globale Ökonomie. Fels fügt hinzu, dass in Großbritannien die Verantwortlichen der Bank of England (BoE) versuchen, das Pfund durch eine Reduzierung der Prognose auf eine inflationsstabile Arbeitslosenquote zu schwächen (NAIRU, Non Accelerating Inflation Rate of Unemployment). Gemeint ist damit die Arbeitslosenquote, die sich bei konstanter Inflationsrate auf Dauer einstellen wird.

„Kalte Kriege werden nicht auf dem offenen Schlachtfeld ausgetragen, sondern mit verdeckten Aktionen und Worten“, sagt Fels in seinem Bericht. „Die Fed vermied in ihrer Mitteilung im Anschluss an die FOMC-Sitzung, die ohnehin schon niedrigen Erwartungen an eine Zinserhöhung im März durch zu hawkische Äußerungen zu erhöhen“, sagte er.

Die neue US-Regierung von Präsident Donald Trump ist weniger geneigt, eine Stärke des Dollar zu tolerieren und „eher bereit zum Einsatz der Nuklearwaffe Protektionismus“, sagte Fels. Vorerst werden Europa, Japan und China sowie andere Exportnationen eine Aufwertung der eigenen Währung zulassen, um eine Eskalation mit den USA zu vermeiden, so Fels weiter.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann dementiert

Dennoch bezeichnete Bundesbankpräsident Jens Weidmann in einer Rede am Dienstag die Vorwürfe von Trumps oberstem Außenhandelsberater, dass Deutschland die Währungsmärkte manipuliere, als besorgniserregend. Peter Navarro, der Vorsitzende des White House National Trade Council, sagte der Financial Times, dass Deutschlands massiver Überschuss ein Resultat einer „deutlich unterbewerteten“ Währung sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble reagierten ebenfalls auf die US-Behauptung und argumentierten, dass der Wechselkurs von der Politik der Europäischen Zentralbank beeinflusst werde. Diese lege ihre Geldpolitik unabhängig fest - ein Punkt, den auch Weidmann wiederholte.