Platingruppenmetalle Pd sticht Pt

Der Automobilmarkt bestimmt weiterhin die Nachfrage nach Platingruppenmetallen. Aneeka Gupta, Aktien- und Rohstoff-Strategin bei dem in New York ansässigen ETF-Anbieter WisdomTree, schätzt die Perspektiven für Palladium deutlich positiver ein als die von Platin.

28.08.2018 - 14:1528.08.18 - 15:04
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in  Gold
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Aneeka Gupta, Associate Director – Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree: „Bei Palladium könnte es zu einer längeren und nachhaltigeren Erholung kommen.“
Aneeka Gupta, Associate Director – Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree: „Bei Palladium könnte es zu einer längeren und nachhaltigeren Erholung kommen.“© Getty Images

Edelmetalle sind 2018 durch den starken US-Dollar in einem Umfeld steigender Zinsen unter Druck geraten. Platin (chemisches Elementsymbol: Pt) und Palladium (Pd) sind seit Jahresbeginn mit einer Performance von -16 Prozent bzw. -18,3 Prozent am stärksten rückläufig. Neben einem starken US-Dollar wurde insbesondere die Performance von Platin durch eine extrem negative Stimmung, schwache Fundamentaldaten und die schleppende Performance von Gold gedämpft.

Ebenso wie Platin leidet auch dessen Schwestermetall Palladium, ein stärker industrialisiertes Metall, unter den Folgen des Tauziehens in den Handelsstreitigkeiten. Unseres Erachtens hat sich für Palladium aus fundamentaler Sicht nicht viel verändert und sein Ausblick gestaltet sich deutlich positiver als der von Platin. Auf dem Platinmarkt wird ein weiteres Jahr mit einem Überschuss erwartet, das vierte in Folge. Zwischenzeitlich gehen die Erwartungen auf dem Palladiummarkt auch dieses Jahr, zum siebten Mal in Folge, in Richtung eines weiteren Defizits. Wenn die negative Stimmung abebbt, die sich aus den Handelsstreitigkeiten ergibt, könnten die Palladiumkurse unseren Erwartungen nach eine höhere Chance auf Erholung haben, da die Nachfrage weiterhin auf einem soliden Fundament steht.

Da Platin (fast 40 Prozent) und Palladium (fast 70 Prozent) in Fahrzeugkatalysatoren weitreichende Anwendung finden, scheint die Nachfrage nach diesen Edelmetallen besonders sensibel auf den Trend der weltweiten Autoverkäufe zu reagieren. In Katalysatoren für Benzinfahrzeuge wird entweder Platin oder Palladium in Kombination mit Rhodium eingesetzt, Katalysatoren für Dieselfahrzeuge und Dieselpartikelfilter enthalten hingegen hauptsächlich Platin und erfordern im Vergleich zu Benzinfahrzeugen eine größere Menge der Platingruppenmetalle (PGMs). Die Pkw-Absatzzahlen waren sowohl in den USA als auch in China 2018 zwar gut, doch diese beiden Märkte werden von Benzinfahrzeugen dominiert, bei denen Palladium in den Katalysatoren verwendet wird, um Schadstoffemissionen zu senken.