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ANZEIGE Portfolio Manager News Weniger Risiko, mehr Wachstum

Der Brexit sorgte für eine Schockwelle an den Finanzmärkten. Die größten Verlierer des britischen Referendums sind die Aktienmärkte. Anlageexperten von Swisscanto bleiben dennoch vorsichtig optimistisch.

18.07.2016 - 10:00 Uhr | in Swisscanto Invest

Marktrückblick

Nachdem sich zu Beginn des zweiten Quartals 2016 die Konjunkturängste vom Jahresbeginn gelegt hatten und die amerikanische Notenbank die Investoren auf nur zwei statt der erwarteten vier Zinsschritte eingestimmt hatte, folgten auch noch erfreuliche Konjunkturdaten.

In China fielen diese dank diverser Stimulierungsmaßnahmen überraschend gut aus. Zusammen mit einem vorerst schwächeren US-Dollar und weiter steigenden Rohstoff-Preisen legten Aktien im April und Mai deutlich zu.

Am 23. Juni 2016 entschied sich dann eine knappe Mehrheit der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU). Die Finanzmärkte, welche eher von einem Bremain, also einen Verbleib Großbritanniens in der EU, als von einem Brexit ausgegangen waren, reagierten entsprechend heftig. Vor allem die Aktienmärkte verloren deutlich an Wert, wobei die europäischen und japanischen Märkte viel stärker litten als die Märkte Nordamerikas und der Schweiz.

Ebenfalls stark unter Druck gerieten das britische Pfund sowie vorübergehend auch die Rohstoffe. Auf der anderen Seite profitierten typische Fluchtwährungen wie der Schweizer Franken und der japanische Yen.

Stark gesucht war in diesem Umfeld auch Gold, welches einen neuen Jahreshöchststand erreichte. Die Credit Spreads weiteten sich aus bei gleichzeitigem Renditerückgang erstklassiger Staatsanleihen. Aus Sicht eines Euro-Investors resultierten für das zweite Quartal 2016 trotz all dieser Turbulenzen noch positive Aktienmarktrenditen.

Ausblick

Als größtes Problem im Zuge des Brexits dürfte sich die Unsicherheit bis zum Verhandlungsergebnis mit der EU herausstellen. Diese Unsicherheit wird die Planung von Investitionen spürbar belasten. Dies gilt sowohl für Investitionen an den Finanz- und Immobilienmärkten als auch für Direktinvestitionen.

Zudem könnte das Brexit-Votum eine Neuauflage des schottischen Unabhängigkeitsreferendums provozieren. In der EU steht die Befürchtung im Vordergrund, dass der Austritt Großbritanniens einen Präzedenzfall schafft und den Integrationsprozess der EU empfindlich stört. Die Notenbanken werden nun zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Zudem wird die US-Notenbank in den nächsten Monaten und vermutlich sogar im gesamten Jahresverlauf keine Zinserhöhung mehr wagen.

Die Schweizerische Nationalbank wird mit umfangreichen Devisenmarktinterventionen den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken in Schach halten. Je nachdem, wie rasch sich die Risikoprämien an den Märkten wieder zurückbilden, werden die Auswirkungen auf den globalen Konjunkturgang stärker oder milder sein. Es könnte im zweiten Halbjahr 2016 zu einem Dämpfer für das globale Wirtschaftswachstum kommen.

Solange es jedoch nicht zu einem Aufflammen alter Krisenherde (Griechenland, China) oder neuer Krisenherde kommt, sollte nach ein bis zwei Quartalen eine Konjunkturstabilisierung gelingen.