Deutsche Hidden Champions Recht unbekannt, aber erfolgreich

Während der Pandemie hat sich einmal mehr gezeigt, dass vor allem Hidden Champions in Krisenzeiten gut aufgestellt sind. Welche Gründe noch dafür sprechen, nach Investments in kleine und mittelständische Firmen Ausschau zu halten, erklärt Alexander Lippert, Portfoliomanager bei MainFirst Asset Management.

03.09.2021 - 10:3003.09.21 - 10:38
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Wo gehobelt wird, fallen Späne
Wo gehobelt wird, fallen Späne: Viele Hidden Champions gehören zu den strukturellen Gewinnern der Krise© IMAGO / allOver-MEV

Er ist über alle Grenzen hinaus bekannt: Der deutsche Mittelstand. Oft handelt es sich hierbei um führende Nischenanbieter ihrer jeweiligen Branche, die in ihren Heimatregionen tief verwurzelt sind. Die Kombination aus langfristiger Ausrichtung und Wettbewerbsvorteilen in der Nische ermöglicht ihnen eine hohe Rentabilität.

Doch nicht nur in Deutschland gibt es Hidden Champions: In jedem europäischen Land sind spannende Small- und Mid-Cap-Unternehmen angesiedelt, deren Aktien über die Börse gehandelt werden. „Gerade in der Pandemie zeigten mehrere Hidden Champions, wie zügig sie ihre Kostenbasis anpassen konnten. Viele von ihnen zählen sogar zu den strukturellen Gewinnern der Krise. Nicht zuletzt dank ihrer soliden Bilanzrelationen konnten sie oftmals Marktanteilsgewinne verzeichnen“, sagt Alexander Lippert, Portfoliomanager bei MainFirst Asset Management.

Schnell und flexibel

Ein Beispiel dafür sei ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Hier seien klein- bis mittelgroße Gesellschaften gut für die Zukunft aufgestellt: „Das langfristige Wohl der Firma samt Aktionären, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern trägt zu einer höheren Konstanz in der Unternehmensführung sowie zum Wertzuwachs bei“, sagt Lippert. Dank geringer Optimierung der Bilanzstrukturen können Hidden Champions gegenüber den Mitbewerbern ihre Ausgaben für zukünftiges Wachstum, etwa in Forschung und Entwicklung oder Erweiterungsinvestitionen, auch in schwierigen Zeiten finanzieren.

Informationsdefizite ermöglichen Chancen

„In Small Caps zu investieren ist schwieriger, kostspieliger und aufwendiger als Aktien von Unternehmen aus der ersten Börsenreihe zu kaufen“, sagt Lippert. Zu den Herausforderungen der Anlage in Nebenwerte zählt der Mangel an öffentlich zugänglichen Informationen. Aufgrund der fehlenden Aufmerksamkeit für diese Aktien gebe es nur spärliche Auskünfte und noch weniger Expertenmeinungen darüber, wie die Zukunft eines solchen Unternehmens aussehen könnte. Zudem fehle es an Vermittlern, wie beispielsweise Analysten und Journalisten. Diese erklären normalerweise in unterschiedlichster Form, was in den Unternehmen vor sich geht. „Ein Ausbleiben dieser Daten und Einschätzungen führt zu einer langsamen Verarbeitung von Neuigkeiten“, erklärt Lippert.

„Das sollten Anleger nutzen.“ Da gerade den Unternehmen aus der zweiten Reihe weniger Aufmerksamkeit und Interesse zukomme, ergäben sich weniger liquide Märkte und die Transaktionskosten seien aufgrund großer Geld-Brief-Spannen hoch. Es gebe schlicht weniger Käufer und Verkäufer in diesen Werten. Das führe zu einer hohen Volatilität, wenn große Transaktionen in der Aktie auf eine geringe Liquidität treffen. „Solche temporären Kurseskapaden können geduldige und informierte Anleger für sich nutzen“, so Lippert. Dennoch: Small Caps seien durch die beschriebenen Markteigenschaften nicht für jeden Anlegertyp geeignet.

Tiefe Analysen lohnen sich

Eine der größten Chancen von Investments in Small Caps sieht Lippert in den Wachstumspotenzialen im Vergleich zu oftmals reifen, gesättigten und bürokratisch organisierten Großkonzernen. Die Anlage in ein wachstumsstarkes Unternehmen in einer hochprofitablen Nische mit wenig Konkurrenz könne langfristig äußerst lukrativ sein. „Wer diese Renditeperlen vor anderen findet, kann gleich doppelt profitieren: Denn eine zuverlässige Ausweitung der Gewinnbasis geht in der Regel einher mit einer erheblichen Expansion des am Markt dafür bezahlten Vielfachen“, sagt Lippert.

Die höhere Wertschätzung der Gewinnaussichten eines Unternehmens sei damit eine immense Quelle zusätzlicher Rendite. „Daher bieten Small Caps große Chancen für interessierte und ambitionierte Kleinanleger, aber auch für spezialisierte Investoren wie unser Team mit unseren beiden Fonds“, sagt Lippert. „Nur wer ein gutes Verständnis für das Geschäftsmodell eines Unternehmens und dessen Erfolgsaussichten hat, hat am Ende auch die Disziplin, Irrationalitäten des Marktes zu überstehen“, ergänzt Lippert.

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