Renaissance des Goldes Die nächste Krise kommt bestimmt

Nach einer fulminanten Aufwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2016 korrigiert der Goldpreis. Seit Anfang August sank die Notiz für das Edelmetall um rund sieben Prozent. Anlegern bietet sich nun eine erneute Einstiegsgelegenheit.

21.10.2016 - 11:4521.10.16 - 14:21
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Ob Gold als Investment taugt, wird kontrovers diskutiert – seit einer gefühlten Ewigkeit. Gegner führen an, das Edelmetall werfe keine Erträge ab und tauge allenfalls zu Schmuckzwecken. Befürworter wiederum verweisen auf die Sonderstellung als Wertaufbewahrungsmittel und eigenständige Anlageklasse außerhalb des Papiergeldsystems.

Das Argument hat Gewicht. Banken können pleitegehen, Anleihen platzen, Währungen verfallen. Die Kaufkraft des Goldes blieb über Jahrhunderte hinweg erhalten. Sicherheitsorientierte Anleger mischen das seltene Metall daher seit jeher ihrem Portfolio bei. Im Gegensatz zu Dollar, Euro oder Yen entzieht sich der schimmernde Stabilisator dem Einfluss der Notenbanken. Es lässt sich nicht beliebig vermehren oder gar für wertlos erklären. Außerdem herrscht Knappheit. Würde man sämtliche bislang geförderten Vorkommen zusammenpacken, entstünde ein Würfel mit einer Kantenlänge von gerade einmal 21 Metern.

Im Börsenalltag bestimmen jedoch Angebot und Nachfrage den Kurs. Zu teuer möchte niemand einkaufen, Kurzfristprognosen gestalten sich allerdings schwierig. Denn die Psyche der Marktteilnehmer beeinflusst die Preisfindung überaus stark. Notenbanken, Privatanleger und neuerdings die beliebten Goldfonds horten oder enthorten Gold und agieren dabei teilweise sehr hektisch. Damit treiben sie die Notiz mal in die eine und mal in die andere Richtung, was fundamentale Faktoren wie zum Beispiel den Ausstoß der Minengesellschaften zumeist deutlich überkompensiert.

Gold zur Diversifikation nutzen

Ein Muster hat jedoch Bestand: Kräftig bergauf geht es, wenn es an den Finanzmärkten kracht. Gold spielt dann seine Stärke als Alternativwährung voll aus und kann Rückschläge in gemischten Portfolios dämpfen. Eine Beimischung macht aber auch bei normaler Marktlage Sinn, weil das Edelmetall nur sehr gering mit anderen Anlageklassen korreliert. Anleger haben mit Gold ein gutes Pferd mehr im Stall. Es könnte das Rennen macht, wenn Aktien oder Anleihen lahmen.