Angebote am Kapitalmarkt Es gibt keine Alternativen zu Anleihen

Anlegern, die jetzt Rentenpapiere kaufen, vergeht das Lachen schnell. Die Renditen sind extrem niedrig. Viele schlagen dennoch kräftig zu. Sicherheit ist eben unbezahlbar.

24.02.2016 - 12:3424.02.16 - 18:33
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Quelle: Bloomberg
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Es ist nicht so, als bereite es Christoph Kind, Leiter Asset-Allokation bei Frankfurt Trust, Vergnügen, das Geld seiner Kunden in Anleihen zu stecken, die oft keine Zinsen abwerfen und Verluste praktisch garantieren. Doch genau das tut Kind - und er ist beileibe nicht der einzige.

Immer häufiger müssen sich Anleihe-Investoren einer neuen Realität stellen, in der die wachsende Sorge um die Weltkonjunktur und Zinsen unter null Prozent zum Normalfall gemacht haben. Auf Kinds Heimatmarkt Deutschland hat die steigende Nachfrage nach werterhaltenden Anlagen die durchschnittlichen Renditen für Anleihen im Volumen von rund einer Billion Euro für einen noch nie dagewesenen Zeitraum unter null gedrückt. In Japan sind die Anleihekurse so stark gestiegen, dass fast zwei Drittel der dortigen Staatsanleihen negative Renditen aufweisen.

Der Markt ist eng

Zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage an den Finanzmärkten Sicherheit zur alles beherrschenden Überlegung macht, entdecken die Investoren, dass ihnen nur wenige günstige Optionen bleiben. Selbst in den USA - traditionell ein Land, in dem man in Notzeiten gerne Zuflucht nahm - sind Treasuries dermaßen gefragt, dass die Erträge, konvertiert man sie in Euro, noch schlechtere Renditen ergeben als bei deutschen Bundesanleihen.

„Auf diesen Niveaus ist es schwierig, aber derzeit bieten sich wenig Alternativen.”

Christoph Kind, Leiter Asset-Allokation bei Frankfurt Trust

Vertrauen in Zentralbanken schwindet

Ungeachtet dieser Vorbehalte hat Kind in den letzten Wochen Bonds mit negativer Rendite gekauft. Diese Bereitschaft von Anleihe-Investoren, Regierungen dafür zu bezahlen, dass sie ihnen Geld leihen, spiegelt auch eine zunehmende Skepsis gegenüber den geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken sowie Bedenken, dass diese Maßnahmen schlussendlich der Weltwirtschaft eher schaden als nutzen werden, wieder. Obwohl weltweit Zentralbanken seit der Finanzkrise Billionen in quantitative Lockerung gesteckt haben und in rund zwei Dutzend Ländern die Zinssätze unter Null liegen, nähert sich der Ausblick für die Inflation den tiefsten Ständen seit der Finanzkrise.