Alarmierende Zahlen Rodungen im Amazonas-Gebiet nehmen wieder zu

Der Regenwald in Brasilien gehört zu den größten der Welt – doch er wird immer kleiner: Zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden mehr als 11.000 Quadratkilometer Dschungel zerstört, wie die brasilianische Weltraumbehörde Inpe mitteilte.

19.01.2021, aktualisiert 21.01.2021 - 10:3921.01.21 - 10:39
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Rinder auf einer Weide im Amazonas-Regenwald
Rinder auf einer Weide im Amazonas-Regenwald: Durch illegale Brandrodung schaffen Grundbesitzer Platz für die Tierhaltung und den Sojaanbau© imago images / imagebroker

Die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet schreitet immer schneller voran, wie die jüngsten Daten des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung Inpe bestätigen. Demnach wurden zwischen August 2019 und Juli 2020 fast zehn Prozent mehr Fläche gerodet als im entsprechenden Zeitraum zuvor – mehr als 600 Millionen Bäume, drei Fußballfelder pro Minute.

Die Zahlen werden immer für das Intervall zwischen August und Juli  gemessen, da der Zeitraum sowohl Regen- als auch Trockenzeit im Amazonasgebiet abdeckt.

Seit 1990 wurden mehr als 400.000 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt – knapp zwei Drittel davon in den brasilianischen Bundesstaaten Pará und Mato Grosso. Trotz des Brandrohdungsverbots wurden immer wieder illegal gelegte Waldbrände im Amazonasgebiet beobachtet. Der Hauptgrund: Die wirtschaftliche Nutzung des Landes.

Kritik an Brasiliens Präsidenten

Viele Umweltschützer machen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro für die derzeitige Entwicklung verantwortlich. Bereits im Wahlkampf hatte er angekündigt, dass Amazonas-Gebiete weiter wirtschaftlich erschlossen und keine neuen Schutzgebiete für die brasilianischen Ureinwohner ausgewiesen werden.

Zudem hat Bolsonaro durch drastische Kürzungen des Budgets des Umweltministeriums und konsequentes Leugnen des Klimawandels schon früh deutlich gemacht, was er vom Naturschutz hält.

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