Elektromobilität befeuert Rohstoffnachfrage„Starke Chancen bei Nickel und Kupfer“

Knappes Angebot: Nickel und Kupfer könnten deutlich teurer werden, prognostiziert Stefan Breintner. Der stellvertretende Research-Leiter von DJE Kapital ist überzeugt, dass viele Anleger die Gewinnaussichten der Bergbauindustrie unterschätzen.

30.05.2018 - 10:13 Uhr30.05.18 10:13
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Stefan Breintner, stellvertretender Leiter Research & Portfoliomanagement bei DJE Kapital: „Die Aussichten für diversifizierte Minenkonzerne und Metallproduzenten bleiben weiter gut.“
Stefan Breintner, stellvertretender Leiter Research & Portfoliomanagement bei DJE Kapital: „Die Aussichten für diversifizierte Minenkonzerne und Metallproduzenten bleiben weiter gut.“© DJE Kapital

Der globale Rohstoffsektor hat sich in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt gut entwickelt. Innerhalb des Sektors überzeugten vor allem Aktien diversifizierter Minenkonzerne und Metallproduzenten. Auch Energieaktien entwickelten sich im ersten Halbjahr 2018 besser, während die Kursentwicklung von Gold- und Edelmetallaktien enttäuschte.

Die Aussichten für diversifizierte Minenkonzerne und Metallproduzenten bleiben weiter gut. Die Vorstandsvorsitzenden der weltweit größten Rohstoffkonzerne wie Anglo American, BHP Billiton, Glencore oder Rio Tinto zeigten sich zuletzt auf der Metals, Mining & Steel Konferenz, eine der führenden Branchenkonferenzen von Bank of America Merrill Lynch in Miami, hinsichtlich der Nachfrageentwicklung zuversichtlich. Die Frage, ob der Sektor vor einer investitionsgetriebenen Wachstumsphase steht, wurde von den meisten Unternehmensvertretern mit „nein“ beantwortet. So gut wie kein Unternehmen plant einen neuen Investitionszyklus. Die Pipeline hinsichtlich neuer Minenprojekte ist damit weitgehend leer. Demzufolge könnten die Preise für Eisenerz, Kohle und Buntmetalle länger als erwartet auf hohen Niveaus bleiben. Dies würde die Gewinn- und freie Cash-Flow-Entwicklung der Produzenten begünstigen und sollte auch positiv auf die Aktienkurse abstrahlen.

Nickel: Nachfrage übersteigt Angebot

Besonders interessant erscheinen mittel- und langfristig die Perspektiven für Nickel. Bereits heute befindet sich der weltweite Nickelmarkt in einer sogenannten Defizitsituation, denn das jährliche Angebot aus laufender Produktion ist deutlich geringer als die Nachfrage. Aktuell gibt es keine großangelegten, neuen Projekte. Die Pipeline ist praktisch leer.