Schock für InvestorenLondoner Immobilienpreise auf 6-Jahres-Tief

London ist einer der teuersten Immobilienstandorte weltweit. In den vergangenen Jahren haben sich viele Investoren dort eine goldene Nase verdient. Damit ist jetzt Schluss: Die Preise sinken auf breiter Front. In Deutschland kam es noch nicht zum Ausverkauf, Experten schlagen aber auch hier Alarm!

20.02.2017 - 15:02 Uhr20.02.17 15:02
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Westminster Bridge in London: Wohnimmobilien-Investoren haben es in der britischen Hauptstadt nicht mehr leicht
Westminster Bridge in London: Wohnimmobilien-Investoren haben es in der britischen Hauptstadt nicht mehr leicht© Pixabay

Schlechte Nachrichten für Immobilieninvestoren, die auf den Londoner Markt gesetzt haben: Die Preise für Wohnungen und Häuser sind dort im Februar gegenüber dem Vorjahr so stark gesunken wie seit fast sechs Jahren nicht. Experten gehen davon aus, dass vor allem hohe Bewertungen potenzielle Käufer abschreckten. In der Folge sank die Nachfrage, und damit gingen auch die Preise zurück.

Häuser sind in London im laufenden Monat mit durchschnittlich 641.116 britischen Pfund (752.124 Euro) 0,4 Prozent billiger angeboten worden als im Vorjahreszeitraum, wie das britische Immobilienportal Rightmove meldet. Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit April 2011. Zwar stiegen die Preise gegenüber Januar um 2,6 Prozent, doch ist das der geringste monatliche Anstieg für einen Februar seit der Rezession 2009.

Der Londoner Wohnimmobilienmarkt hat sich 2016 schlechter entwickelt als der Markt im restlichen Land, da Immobilien dort für viele Investoren nicht mehr erschwinglich sind. Auch die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, sowie Steuererhöhungen für Investoren dämpften die Nachfrage am Wohnimmobilienmarkt.

Käufer sehen Londoner Preisniveau kritisch

Landesweit ist der Anstieg der Preise im Februar gegenüber dem Vorjahr der schwächste seit fast vier Jahren. Das signalisiert, dass potenzielle Käufer preissensibler werden, zumal die Inflation die realen Einkommen untergräbt und der Ausblick durchwachsen ist, wie Rightmove-Experten betonen.

„Vielleicht nähern wir uns dem Bereich, bei dem viele Käufer unfähig oder unwillig sind, das zu bezahlen, was die Verkäufer fordern  angesichts der negativen Kombination aus steigenden Lebenshaltungskosten, strengeren Regeln für die Kreditvergabe und einer Dosis Brexit-Unsicherheit“, kommentiert Rightmove-Direktor Miles Shipside.

Am stärksten war die Preisabschwächung im Februar in Central London. Hier kosten Wohnimmobilien 2,1 Prozent weniger als im Februar 2016. Dagegen erhöhten sich die Preise in weiter auswärts liegenden Vororten um 1,4 Prozent.