Schroders-Experte über aktuelle Risiken am Anleihemarkt Hohe Renditespannen: Erste Zeichen für eine Rezession?

ANZEIGE

Mit Anleihen waren Anleger lange auf der sicheren Seite. In letzter Zeit hat sich das Blatt jedoch gewendet: Die Renditespannen sind immer weiter gewachsen. Alan Cauberghs arbeitet bei Schroders als Senior-Investmentdirektor im Festzinsbereich. Er analysiert, wie tief die Anleihemärkte derzeit in der Krise stecken.

03.06.2016 - 11:1303.06.16 - 11:30
|
|
|
Alan Cauberghs, Senior-Investmentdirektor im Festzinsbereich bei Schroders
Alan Cauberghs, Senior-Investmentdirektor im Festzinsbereich bei Schroders© Schroders

Hoch gelobt und tief gefallen: Anleihen waren über viele Jahre hinweg sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Anlegern eine äußerst beliebte Assetklasse. Besonders Papiere erstklassiger Schuldner aus Europa und den USA erfüllten die Investorenwünsche mit einer Mischung aus Sicherheit und hoher Rendite nahezu vollends.

Im Gegensatz zu Aktien, die nach dem turbulenten Jahresauftakt durchaus ansehnliche Ergebnisse erzielten, haben Anleihen in letzter Zeit jedoch eher enttäuscht; die Renditen sicherer Papiere sind gesunken, zweit- und drittklassige Papiere haben ein hohes Ausfallrisiko.

Wer heute noch mit Anleihen Geld verdienen will, muss dementsprechend hohe Risikoaufschläge zahlen. Den Maßstab dafür nennen Marktprofis Credit Spread, zu Deutsch Renditespanne. Dabei handelt es sich um die Spanne gegenüber einem risikofreien Zinssatz gleicher Laufzeit. Die tatsächliche Höhe bestimmt dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Anleihe, wobei gilt: Je höher die entsprechende Renditespanne, desto höher die Ausfallwahrscheinlichkeit – und folglich auch das Risiko.