Schroders-Fondsmanager Urs Duss über liquide alternative Investments Alternativwährung Gold

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Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten jenseits von Aktien und Anleihen wird Schroders bei liquiden alternativen Investments fündig. Urs Duss, Fondsmanager des Schroder ISF* Global Multi-Asset Balanced, ist davon überzeugt, dass insbesondere Gold einen wichtigen Beitrag zur stabileren Gesamtentwicklung gemischter Portfolios leisten kann.

31.08.2016 - 14:1431.08.16 - 16:17
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Urs Duss, Fondsmanager des Schroder ISF  Global Multi-Asset Balanced
Urs Duss, Fondsmanager des Schroder ISF Global Multi-Asset Balanced

der fonds: Herr Duss, welche Rolle spielen liquide alternative Investments in Ihrem Portfolio?

Urs Duss: Eine zunehmend größere. Wir haben ihren Anteil erhöht, und zwar auf 15 Prozent der im Schroder ISF Global Multi-Asset Balanced gehaltenen Vermögenswerte. Zu den liquiden alternativen Investments zählen wir dabei Wandelanleihen, Immobilienfonds oder REITs, Versicherungsverbriefungen, Hedgefonds-Strategien sowie Rohstoffe – und hier insbesondere Gold. Die Liquidität dieser Anlagen sowie der dahinter stehenden Vermögenswerte ist jedoch nicht starr, sondern unterliegt Schwankungen. Daher muss sie permanent überwacht werden.

Was erhoffen Sie sich von diesen Beimischungen?

Duss: Einerseits einen Zusatzertrag, mithin ein positives Alpha aufgrund unserer Anlagestrategie. Im Vordergrund steht momentan aber eher der Beitrag, den liquide alternative Investments für die Diversifikation gemischter Portfolios leisten können. Denn den Nutzen von Staatsanleihen hinsichtlich Risikostreuung sehen wir wegen der sehr hohen Bewertungen dieser Anlageklasse zunehmend kritisch. In Zeiten der überaus tiefen und teilweise sogar negativen Zinsen suchen wir nach alternativen Anlagen mit völlig anderen Risikoprofilen.

Sie zählen Gold zu den liquiden alternativen Investments. Das Edelmetall wirft aber ebenfalls keine Zinsen ab.

Duss: Richtig, aber andererseits entgehen den Anlegern wegen des Niedrigzinsumfelds kaum Zinserträge. Somit fördert der tiefe Realzins die Mittelzuflüsse in Gold. An dieser Situation dürfte sich kurzfristig auch wenig ändern. Mit einer restriktiveren Geldpolitik ist eher nicht zu rechnen, was den Goldpreis stützt.

Der Goldpreis schwankt allerdings selbst recht deutlich. Was stimmt Sie positiv für das Edelmetall?

Duss: Wir sehen Gold als eine Art alternative Währung. Zum einen besteht weiterer Spielraum für Kursgewinne. Auch nach dem Anstieg der vergangenen Monate liegt der Preis für die Feinunze immer noch erheblich unterhalb der Höchstwerte in den Jahren 2011 und 2012. Zum anderen bietet Gold zusätzliche Sicherheit, beispielsweise bei überraschend höherer Inflation, die mit einer allzu zögerlichen Umkehr der expansiven Notenbankpolitik einhergeht. So eine Situation könnte schlimmstenfalls zu einer Vertrauenskrise führen, die eine Flucht in das Anlagemetall begünstigen würde. Sollte in den kommenden Jahren das Vertrauen in Papiergeld beziehungsweise in die Geldwertstabilität erschüttert werden, würde der Goldpreis deutlich anziehen. Auch bei großer politischer Instabilität, ausgelöst etwa durch eine mögliche Schuldenkrise in China, ist Gold ein guter Diversifikator.

*Schroder ISF steht für Schroder International Selection Fund