Schroders Global Investor Study 2016 Deutsche Anleger denken zu kurzfristig

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Viele Investoren haben unrealistische Erwartungen bei der Kapitalanlage – weltweit wie auch in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die Schroders Global Investor Study 2016, an der 20.000 Privatanleger aus 28 Ländern teilnahmen. Unter Millennials ist dieses Phänomen besonders stark ausgeprägt.

16.06.2016, aktualisiert 05.07.2016 - 14:2805.07.16 - 14:28
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Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH
Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH

Die Studie belegt, dass Anleger deutlich zu hohe Erwartungen an Einkommen und langfristige Erträge haben. Im globalen Durchschnitt wünschen sie sich eine Rendite von 9,1 Prozent per annum. In Anbetracht der historisch niedrigen Zinsen dürften somit viele von ihnen enttäuscht werden. Besonders unrealistisch sind die Ansprüche der Millennials (Personen zwischen 18 und 35 Jahren), die einen Jahresertrag von mindestens 10,2 Prozent erwarten. Erfahrenere Anleger im Alter von über 36 Jahren geben sich hingegen mit 8,4 Prozent zufrieden.1

Deutsche Investoren sind in Bezug auf ihre Ertragserwartungen zurückhaltender. Sie geben sich bereits mit einer Rendite von 7,0 Prozent zufrieden. Annähernd drei Viertel (73 Prozent) der insgesamt 1.000 deutschen Befragten bauen dabei auf einen Wertzuwachs von weniger als 10 Prozent pro Jahr. Damit beweisen sie einen ausgeprägteren Realitätssinn als der globale Durchschnitt.

Neigung zu kurzfristigen Anlagehorizonten

Die Untersuchung ergab zudem, dass weltweite Anleger zu kurzlaufenden Investment-Entscheidungen neigen. Im Schnitt gehen sie von einem Anlagehorizont von etwas über drei Jahren (3,2) aus. Für Barmittel und bestimmte Anleihen mag dies angebracht sein. Dagegen erweist sich dieser Zeitrahmen jedoch häufig als zu kurz, um die natürlichen Wertschwankungen von Aktien ausgleichen zu können. Weniger als ein Fünftel (18 Prozent) der Anleger gaben an, an ihren Engagements für mindestens fünf Jahre – der realistischen Mindesthaltedauer von Aktien – festhalten zu wollen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) denken sehr kurzfristig und wollen ihre Anlagen bereits innerhalb eines Jahres wieder abstoßen. Auch hier traten wiederum die Millennials hervor, deren Anlagehorizont um eineinhalb Jahre unter dem der über 36-Jährigen liegt (2,3 bzw. 3,9 Jahre).

1Die Ergebnisse stehen im Einklang mit dem Schroders Global Investment Trend Survey von 2015, in dem Anleger Ertragserwartungen von 12 % angaben.