Emerging-Markets-AktienRobuster Aufschwung eröffnet Anlagechancen

Anders als Industrieländer befinden sich Schwellenländer in der Mitte des ökonomischen Zyklus. Ihre Bewertungen sind fundamental untermauert und dürften weiter steigen, erläutern Schwellenmarkt-Experten von BNY Mellon Investment Management und J.P. Morgan Asset Management.

28.03.2018 - 12:05 Uhr28.03.18 12:05
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Besucher auf der International Electronic Commerce Expo in China: „Beste Anlagechancen im Gesundheitswesen, im E-Commerce und bei Elektrofahrzeugen“
Besucher auf der International Electronic Commerce Expo in China: „Beste Anlagechancen im Gesundheitswesen, im E-Commerce und bei Elektrofahrzeugen“ © Getty Images

Den Kurseinbruch an den internationalen Finanzmärkten im Februar haben die Schwellenländer gut überstanden, beobachtet Naomi Waistell, Fondsmanagerin im Aktien-Team für Schwellenländer und Asienfonds bei Newton – Teil von BNY Mellon Investment Management. Die gezeigte Widerstandsfähigkeit sei wie ein erfolgreich bestandener Lackmustest gewesen: „Die Korrelation zwischen Schwellenländern und den etablierten Finanzmärkten wie USA, Japan oder Europa ist heute viel geringer als noch vor einigen Jahren – auch wenn viele Anleger diese Veränderung noch nicht wahrnehmen. Es ist nicht mehr so, dass die USA niesen und der Rest der Welt sich erkältet“, diagnostiziert Waistell.

Teufelskreislauf durchbrochen

Die Gründe? Seit dem „Taper Tantrum“, das 2013 eine Schockwelle an den globalen Finanzmärkten auslöste und insbesondere in den Schwellenländern Kurseinbrüche verursachte, haben sich diese aufstrebenden Länder besser gegen externe Einflüsse gerüstet, erklärt Waistell: „Die wichtigste Veränderung war, dass viele Schwellenländer ihre Währung nicht mehr an den US-Dollar binden. Aber auch eine geringere Auslandsverschuldung, niedrigere Inflation, ein geringeres Leistungsbilanzdefizit und Währungsanpassungen spielen eine Rolle.“

Früher folgte ein solches Szenario immer dem gleichen Muster, erinnert die Fondsmanagerin: Nahm die Volatilität zu, stützten Schwellenländer ihre eigenen Währungen durch Fremdwährungsreserven, um so die US-Dollar-Bindung zu erhalten. In der Folge wertete die eigene Währung ab, und die bestehenden Schulden, die oft auf teure US-Dollar lauteten, wurden über neues Geld bedient. Die Folgen reichten bis zu Inflationsspiralen und Schuldenausfällen.

Waistell stellt fest: „Viele Schwellenländer haben diesen Teufelskreislauf durchbrochen. Sie binden ihre Währung nicht mehr an den US-Dollar und geben Anleihen in Lokalwährung heraus.“