Schwellenländeranleihen „Der Markt scheint sich dem Wendepunkt zu nähern“

Hohe Dollarkurse, niedrige Rohstoffpreise: Emerging Markets haben eine schwere Zeit hinter sich. Jetzt gibt es jedoch wieder Licht am Horizont. Enzo Puntillo, Portfoliomanager des JB Emerging Markets Opportunities Bond Fund beim schweizer Vermögensverwalter GAM, sagt, welche Länder sich positiv entwickeln.

15.04.2016 - 10:2815.04.16 - 12:18
|
|
|

Zum ersten Mal innerhalb von drei Jahren scheint sich der Markt für Schwellenländeranleihen dem Wendepunkt zu nähern. Einige große Staaten haben die Talsohle erreicht und es liegen teilweise extreme Unterbewertungen bei Anleihen vor.

Der Rückkehrprozess zu einem ökonomischen Gleichgewicht innerhalb der einzelnen Länder führt zu einer wachsenden Divergenz der Volkswirtschaften und bietet Anlagechancen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass der nachhaltige Aufschwung schnell und v-förmig verlaufen wird.

Zinsentscheide von Fed und EZB sind günstig für Anleihen

Die jüngsten Entscheidungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkten dem Trend schwindender globaler Liquidität entgegen, der durch verschiedene Mechanismen ausgelöst wurde. Zuvor haben Erwartungen über eine weitere Anhebung der Leitzinsen in den USA und eine andauernde Aufwertung des US-Dollar die Schwellenländeranleihen stark belastet.

Die Fed hat erkannt, dass das Wachstum der US-Wirtschaft und auch die Inflation nicht die relativ aggressive Straffung der Geldpolitik rechtfertigt, die sie signalisiert hatte. Zumindest im Moment ist damit auch die stetige Aufwertung des US-Dollar gestoppt, wodurch auch der Ölpreis mehr Raum hat sich langsam zu erholen. Die EZB hält an einer weiteren Lockerung der Geldpolitik fest, konzentriert sich mit ihren jüngsten Maßnahmen jedoch weniger auf eine Schwächung des Euro.