Digitalisierung der Landwirtschaft Smarte Lösung gegen Nahrungsmittelknappheit

Die Weltbevölkerung wächst rasch und mit ihr der Lebensmittelkonsum. Hightech-Lösungen sollen zur Verbesserung der Lieferketten, zur Anhebung des Produktionsstandards und zur Verringerung von Abfällen beitragen. Das könnte der Landwirtschaft aus der Bredouille helfen und Anlegern das Portemonnaie füllen.

27.04.2021, aktualisiert 04.05.2021 - 09:2804.05.21 - 09:28
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Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft
Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft: Ob Hightech-Landmaschinen, Apps, Satellitenbilder, Sensoren oder Roboter – die Digitalisierung ist in der Landwirtschaft angekommen © IMAGO / VCG

Die Landwirtschaft steht in den kommenden Jahren vor einer immensen Aufgabe: Sie muss aus knappen Ressourcen immer mehr Nahrung produzieren. Bis 2050 soll die Weltbevölkerung laut der Vereinten Nationen auf 9,7 Milliarden Menschen anwachsen – das sind knapp drei Milliarden mehr als heutzutage.

Erschwert wird die enorme Herausforderung durch den Klimawandel, der auch den Ackerbau beeinträchtigt. Steigende Temperaturen und Wetterextreme verschieben Anbaugebiete, Wachstumsphasen von Pflanzen verändern sich und Nutzpflanzen werden anfälliger für Krankheiten. Hinzu kommt, dass die Viehzucht selbst ein Treiber des Klimawandels ist: Auf ihr Konto gehen 15 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen und knapp 30 Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs.

Doch es gibt Möglichkeiten, die Landwirtschaft umzukrempeln und ihr einen grünen Stempel aufzudrücken. Mit Hilfe der Digitalisierung könnte die Agrarwirtschaft effizienter werden.

Die grüne Agrar-Revolution

Aktuell bahnt sich in der Landwirtschaft eine wahre Revolution an: Traktoren, Mähdrescher und Erntemaschinen navigieren per Satellit und steuern wie von selbst über präzise Spuren auf Feldern. Sensoren an Schleppern und angehängten Maschinen können laufend Daten liefern, damit genau abgestimmt gesät, gedüngt und bewässert werden kann. Drohnen sind in der Lage Schädlinge gezielt zu bekämpfen und verringern somit den Bedarf an chemischen Unkrautvernichtern. All diese Neuerungen könnten in Zukunft zu höheren Ernteerträgen führen und gleichzeitig die Umwelt entlasten.

Damit die digitale Revolution in der Landwirtschaft umgesetzt werden kann, bedarf es allerdings eines: Daten. Denn jeder Quadratmeter des Bodens muss exakt so bewirtschaftet werden, wie es die jeweiligen Beschaffenheiten und Wetterverhältnisse erlauben. Erst dann kann der Ertrag der Ernte gesteigert und die Umwelt sowie Ressourcen geschont werden. Das klingt einfach. Für die effiziente Umsetzung bedarf es häufig jedoch jahrelanger Analysen.

Für das ambitionierte Ziel einer nachhaltigeren Landwirtschaft hat die Europäische Kommission 2020 die lang erwartete „Farm to Fork“-Strategie veröffentlicht. Sie ist Teil des Europäischen „Green Deals“ – dem wohl umweltpolitisch ambitioniertesten Gesetzesvorschlag der EU-Kommission. Die Strategie zielt darauf ab, das europäische Lebensmittelsystem in verschiedenen Dimensionen nachhaltiger zu gestalten und seine Auswirkungen auf Drittländer zu verringern.

Dabei wurden drei Leitziele definiert:

  • Der Einsatz von Düngemitteln soll bis 2030 um mindestens 20 Prozent verringert werden.
  • Bis 2030 soll der Einsatz und das Risiko chemischer Pestizide um 50 Prozent verringert werden.
  • 25 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche sollen nach Vorgaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bis 2030 biologisch bewirtschaftet werden.