Soja und Öl Hedgefonds-Manager setzen 2017 auf steigende Rohstoffpreise

Rohstoffe erlebten 2016 mit dem ersten Jahresgewinn seit 2010 eine Renaissance. Der Aufwärtstrend wird sich in diesem Jahr an vielen Teilmärkten fortsetzen – zumindest wenn es danach geht, was Hedgefonds-Manager signalisieren.

04.01.2017 - 12:1205.01.17 - 11:09
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Finanzmanager erhöhten im Dezember bei 18 Rohstoffen ihre Netto-Long-Positionen – also Wetten auf Preisanstiege – insgesamt um 9,7 Prozent, wie aus Daten der US-Behörde Commodity Futures Trading Commission hervorgeht. Ein Jahr zuvor hatten sie noch Netto-Short-Positionen eingenommen, also auf fallende Preise gesetzt. Vorletzte Woche bauten die Investoren ihre Wetten auf Preiszuwächse bei Baumwolle, Rindern, Rohöl und Sojamehl aus. Weniger optimistisch waren sie für Mais, Kakao und Weizen.

Nach fünf Verlustjahren in Folge haben sich Rohstoffe damit wieder erholt, nachdem das Angebot von Metallen und Energie abgenommen hat. Es gibt immer mehr Marktteilnehmer, die der Ansicht sind, dass die Preisrally noch nicht vorüber ist.

Analysten der Goldman Sachs Group gaben im vergangenen November erstmals seit mehr als vier Jahren wieder die Empfehlung ab, die Anlageklasse überzugewichten. Finanzexperten der Citigroup gehen ebenfalls davon aus, dass die meisten Rohstoffkurse 2017 steigen. Sie begründen das mit einem beschleunigten Wachstum der Weltwirtschaft.

Rohstoffe sind zu einer „sehr attraktiven“ Anlageklasse geworden, meint Quincy Krosby, Marktstratege beim US-Dienstleister Prudential Financial. Das Unternehmen verwaltet rund 1,3 Billionen US-Dollar. „Wir haben die ersten Konjunktur-Ausgaben in China gesehen. Hinzu kommt eine Geldpolitik, die Nachfrage und Wachstum belebt. Zudem ist zu sehen, wie in den USA die wirtschaftliche Aktivität an Dynamik gewinnt, was den Schluss nahelegt, dass die Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben und zulegen werden“, so Krosby.

Der Bloomberg Commodity Index, der die Erträge von 22 Rohstoffen abbildet, ist im vergangenen Jahr um elf Prozent geklettert. Im Juni trat der Index in einen Bullenmarkt ein. Die beste Entwicklung des Jahres gab es bei Zink, das sich wegen eines Angebotsmangels und Bergwerksschließungen um 60 Prozent verteuerte. Auf der anderen Seite des Spektrums war Weizen als größter Verlierer zu finden, was an einer weltweiten Zunahme der Lagerbestände lag.

Preissprung bei Industriemetallen

Industriemetalle verzeichneten im Schlussquartal 2016 einen überraschenden Sprung. Bei Kupfer ging es zum Beispiel 13 Prozent nach oben, das größte Plus in einem vierten Quartal seit 2010. Einer der Gründe war das Versprechen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, er wolle die Infrastrukturausgaben seines Landes erhöhen. Seit Anfang November haben Finanzmanager ihre Netto-Positionen auf steigende Kupferpreise mehr als verdreifacht.

Während Trumps Wahlsieg Kupfer nach oben trieb, trat für Edelmetalle genau das Gegenteil ein. Das Ende des hitzigen Wahlkampfs machte den Weg frei für etwas mehr politische Stabilität. Seit Mitte November trennten sich viele Fondsmanager von ihren Goldbeständen. Vorletzte Woche senkten sie ihre Netto-Long-Positionen um 23 Prozent auf 41.247 Kontrakte.

Gold kommt dennoch auf das größte Jahresplus seit 2011. Analysten verweisen in einer aktuellen Bloomberg-Umfrage auf einen unsicheren Ausblick hinsichtlich der neuen Trump-Regierung und prognostizieren, dass der Goldpreis wieder an Dynamik gewinnen und in diesem Jahr 13 Prozent zulegen wird. Tatsächlich ist das Edelmetall seit Jahresbeginn moderat gestiegen.