Alternativer Börsengang Spacs sind im Kommen

2020 belief sich das Emissionsvolumen der Spac-Listings an den US-Börsen auf etwa 83,34 Milliarden US-Dollar. Insgesamt konnten 248 Spac-IPOs gezählt werden. Doch was sind eigentlich Spacs und was hat es mit dem Phänomen auf sich?

13.04.2021, aktualisiert 15.04.2021 - 09:3915.04.21 - 09:39
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In Richtung New Yorker Börse
In Richtung New Yorker Börse: Die Zahl der Spac-IPOs war 2020 sogar noch größer als die der herkömmlichen Börsengänge© IMAGO / blickwinkel

In den Vereinigten Staaten gibt es derzeit einen regelrechten Spac-Boom – die Zahl der Spac-IPOs war sogar größer als die Zahl der regulären Unternehmen, die den Gang an die Börse wagten.

Diese Entwicklung macht nicht nur prominente Investoren neugierig, sondern auch viele Privatanleger. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Geschäfte eine hohe Rendite angesichts beständig niedriger Zinsen versprechen. Höchste Zeit, um die Fragen zu beantworten: Was sind eigentlich Spacs und was hat es mit dem plötzlichen Boom auf sich?

Was sind Spacs?

Der Begriff Spac steht für „Special Purpose Acquisition Company“. Mit anderen Worten: Eine Mantelfirma, die das Ziel hat, andere Unternehmen zu übernehmen und anschließend an der Börse zu platzieren. Eine Spac produziert also weder etwas, noch bietet sie eine eigene Dienstleistung an.

Die Aktien dieser Gesellschaften werden meist zu überschaubaren Beträgen von etwa zehn US-Dollar das Stück angeboten. Das dabei eingesammelte Kapital steht dem Management der Spac dann zur Verfügung, um sich auf die Suche nach einem Unternehmen zu machen, das sie kaufen und in den Spac-Mantel überführen wollen. Ein Unternehmen mit einer Mantelfirma an die Börse zu bringen, ist dementsprechend eine Alternative zum klassischen Börsengang (IPO – Initial Public Offering).

Die Spac-Manager können sich mit ihrem Geschäftsabschluss dabei jedoch nicht endlos Zeit lassen. Meist beträgt die Frist, binnen der eine Übernahme der Wunschfirma in die Spac erfolgen muss, maximal zwei Jahre. Schafft das Management es in diesem Zeitraum, müssen zuerst die Investoren der Übernahme zustimmen. Stimmt die Mehrheit dafür, geht das Unternehmen in dem Spac auf und damit an die Börse. Gelingt in dieser Zeit allerdings kein Kauf, so erhalten die Spac-Anleger ihr Geld zurück. Auch Anleger, die mit dem ausgewählten Übernahmeobjekt nicht zufrieden sind, können ihre Anteile zurückgeben – allerdings nur zum Ausgabepreis, der häufig niedriger ist als der Kaufpreis.

Spacs-Volumen versiebenfacht

Im Jahr 2020 belief sich das Emissionsvolumen der Spac-Listings an den US-Börsen auf etwa 83,34 Milliarden US-Dollar. Im 1. Quartal des laufenden Jahres sind es bereits 95 Milliarden US-Dollar – damit hat sich das Volumen im Vergleich zum Jahr 2019 versiebenfacht.

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