Eyb & Wallwitz-Podcast „Stagnation ist der Anfang vom Ende“

Themen wie Lieferengpässe, steigende Energiepreise und Sparrekorde beschäftigen derzeit viele Investoren. Wie sollten Anleger ihr Portfolio in diesen Zeiten ausrichten? Diese und weitere spannende Fragen diskutieren Kristina Bambach, Georg von Wallwitz und Johannes Mayr in der aktuellen Podcast-Folge.

28.10.2021, aktualisiert 02.11.2021 - 09:3302.11.21 - 09:33
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Automechanikerin bei der Arbeit
Automechanikerin bei der Arbeit: Die Digitalisierungswelle könnte den Werkstätten nebenan zum Verhängnis werden© Imago Images / Westend61

In Zeiten säkularer Stagnation herrscht eine chronische Unternachfrage nach den Gütern und Leistungen eines Landes. Im Verhältnis zu den Ersparnissen wird viel zu wenig investiert, also auf Konsum verzichtet. Das wiederum bremst das Wirtschaftswachstum. Befinden wir uns weltweit in einer derartigen Situation? „Wir haben zumindest eine Phase der niedrigen Zinsen“, sagt Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz. Diese seien zum einen Auslöser, aber auch Folge einer säkularen Stagnation. „Für den Finanzmarkt ist jedoch weniger die Definition entscheidend, sondern wie lang diese Phase anhält“, ergänzt der Chefvolkswirt.

„Es gibt eine Reihe von Argumenten, dass wir noch eine Weile in diesem Regime verweilen werden“, sagt Georg von Wallwitz, Geschäftsführer bei Eyb & Wallwitz. „Im Regime der säkularen Stagnation müssten die Zinsen so weit unter null fallen, wie es nicht möglich ist. Deswegen ist der Mechanismus, die Wirtschaft und den Zyklus über die Zinsen zu regulieren außer Kraft gesetzt“, so von Wallwitz. „Auf der anderen Seite haben die Notenbanken das Zinsniveau sehr tief gesetzt. Dennoch kommt die Wirtschaft nicht so wirklich in Gange. Das wiederum wird von vielen Ökonomen als Argument genutzt, um den Staat in die Verantwortung zu ziehen“, ergänzt Mayr.

Digitalisierung als Treiber der Wirtschaft

Derzeit erleben wir eine Digitalisierungswelle, die zu einem höheren Wachstum führt. Warum stagniert die Wirtschaft trotzdem? „Das Wachstum lässt sich nur in einzelnen Sektoren beobachten. Am Ende ist für die Zinsentwicklung auch entscheidend, wie kapitalintensiv das Wachstum ist. Wir haben zwar ein großes Angebot an ungenutztem Kapital, aber für Investitionen wird relativ wenig nachgefragt“, erklärt Mayr. „Man kann es am Beispiel von Tesla veranschaulichen. Der größte Mehrwert der Autos vom Elektroauto-Pionier ist die Software. Das bedeutet: Die Gewinne laufen bei den Software-Ingenieuren und Tesla auf. Aber es gibt auch Verlierer: Der Mechaniker um die Ecke zum Beispiel“, ergänzt von Wallwitz.

„Stagnation ist der Anfang vom Ende“, sagte einst Sokrates. Gibt es also tatsächlich kein Patentrezept, wie sich Investoren in Zeiten säkularer Stagnation positionieren sollten? Diese und weitere Fragen werden im aktuellen Podcast von Eyb & Wallwitz beantwortet. Jetzt reinhören!