Standard Life Marktkommentar „Mäßiges weltweites Wachstum – aber mit regionalen Unterschieden“

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Haben sich die Märkte nach der Brexit-Entscheidung erholt? Oder trügt der Schein? Die hohe Nachfrage nach defensiven Titeln zeugt von bestehender Unsicherheit. Wie es mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen weitergeht, erläutert Guy Stern, Leiter Multi-Asset und Macro Investing bei Standard Life Investments.

23.08.2016 - 14:3923.08.16 - 15:34
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Im Vorfeld des britischen Referendums über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) schwankte die Marktstimmung parallel zu den unterschiedlichen Umfrageergebnissen. Das unerwartete Votum zum Austritt überraschte die Märkte. Die Folge war ein Abverkauf von Risikoanlagen.

Aktien: Defensiv ist nachgefragt

In Großbritannien selbst machte der bedeutendste Index, der FTSE 100, den verlorenen Boden jedoch inzwischen wieder gut. Dazu trugen unserer Ansicht nach vor allem das schwache Pfund und die Aussicht auf stützende monetäre und steuerliche Maßnahmen bei – der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, hatte diese zugesichert und so das Vertrauen in britische Aktien gefördert. Allerdings konzentrierte sich die Rally fast ausschließlich auf Exportunternehmen, die wahrscheinlich längerfristig vom schwachen Pfund profitieren werden. Binnenmarktorientierte Aktien taten sich hingegen weiterhin schwer.

Vor allem die globalen Banken belastete das britische Votum zum Austritt aus der EU stark. Dagegen entwickelten sich defensive Aktien wie Basiskonsumgüter recht gut. Das trifft besonders auf die Wertpapiere zu, deren Schwerpunkt außerhalb Europas liegt. Währenddessen übertrafen US-amerikanische Large-Cap-Aktien Small Caps leicht.

Diese und auch die asiatischen Aktien sind inzwischen wieder gestiegen. Grund dafür war die erhöhte Ungewissheit nach dem britischen Votum und die Annahme, dass die nächste Zinsanhebung in den USA erst später erfolgen wird.