Studie Helikoptergeld steigert Ersparnisse statt Ausgaben

Helikoptergeld - der direkte Geldtransfer von Zentralbanken an Verbraucher - wurde als radikale Form der Konjunkturbelebung angepriesen, um die stockende Inflation in Gang zu bringen. Eine Studie der ING Gruppe legt allerdings nahe, dass der Schritt keine große Wirkung hat.

17.10.2016 - 18:1018.10.16 - 11:11
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Wenn die Menschen ein Jahr lang jeden Monat  ohne irgendeine Einschränkung  200 Euro auf ihr Konto überwiesen bekämen, würden sie dieses Geld eher sparen als ausgeben. Das geht aus einer aktuellen Studie der ING Gruppe hervor, in der 12.000 Verbraucher befragt wurden.

Lediglich 26 Prozent der Befragten erklärten, sie würden das meiste Geld ausgeben  während 52 Prozent die Mittel nach eigenen Angaben sparen, investieren oder größtenteils unangetastet lassen würden. 15 Prozent wollen das Geld nutzen, um ihre Schulden abzuzahlen.

Helikoptergeld für Staaten?

„Falls sich die Menschen so verhalten, wie sie es in der Umfrage angegeben haben, würde sich die Frage nach der Effektivität dieser Art von Verteilung stellen“, sagt Ian Bright, leitender Volkswirt von ING. Seinen Worten zufolge wäre es daher eine Alternative, das Geld an die Staaten für Infrastrukturausgaben, Steuersenkungen oder zur Verringerung der Staatsschulden zu übergeben. Doch diese Option kommt für die Europäische Zentralbank (EZB) nicht in Frage: Ihr ist es verboten, Regierungen zu finanzieren.