Swisscanto-Fondsmanager Paolo Zagaria über Erdöl, Metalle & Co. Die Rohstoffe sind zurück

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2016 war für Rohstoffe ein Erfolg. Doch wie geht es weiter? Der Rohstoff-Markt sucht immer noch nach seinem Gleichgewicht, erklärt Paolo Zagaria, Manager des Swisscanto (LU) Equity Fund Global Energy. Was die einzelnen Sektoren beeinflusst und welche Ereignisse Rohstoffpreise ins Wanken bringen könnten, erklärt er in seiner Analyse.

20.12.2016 - 16:4020.12.16 - 16:44
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Das Jahr 2016 war für Rohstoffe ein erfolgreiches Jahr. Die positiven Rahmenbedingungen auf der Angebotsseite unterstützen die Anlageklasse vorerst weiter. Die Entwicklung von Rohstoffinvestments ist aber auch abhängig von der künftigen Konjunkturentwicklung.

Die Anlageklasse Rohstoffe dürfte ihren zyklischen Boden erreicht haben – in den nächsten zwei Jahren kann mit positiven einstelligen Renditen gerechnet werden. Diese Entwicklung wird von verschiedenen Faktoren getrieben und beeinflusst.

Rohstoffpreise sind günstig

Die meisten Rohstoffe handeln unter den marginalen Kosten der Produktion, das heißt sie sind günstig. Mittelfristig werden die Preise durch Anpassungen auf der Angebotsseite wieder auf das Niveau der Produktionskosten steigen: Wir gehen davon aus, dass diese im Schnitt 20 Prozent höher liegen als heute.

Anpassungen auf der Angebotsseite

Momentan sucht der Rohstoff-Markt noch nach seinem Gleichgewicht, denn der Prozess der Investitionsanpassungen auf der Angebotsseite ist noch nicht abgeschlossen. Im Jahr 2012 begannen die Investitionskürzungen bei Industriemetallen, 2015 kam das Rohölsegment dazu. Wir rechnen weiterhin mit Angebotskürzungen aufgrund unrentabler Produktion. Aus unserer Sicht wird es mindestens noch ein Jahr dauern, bis der Markt ein neues Gleichgewicht gefunden hat. Gemäß unserer Analysen wird sich zunächst der Energiesektor, anschließend der Sektor für Industriemetalle einpendeln.

Erhöhte Nachfrage bei Rohstoffen

Die Aussichten für die globale Konjunkturentwicklung haben sich in den letzten Wochen verbessert. Die Vorlaufindikatoren deuten global auf ein sich beschleunigendes Wachstum hin. Zusätzlich führen die erwarteten Fiskalprogramme (USA, Japan, Großbritannien) zu erhöhten Wachstumsprognosen und damit zu einem verbesserten Nachfrageumfeld für Industriemetalle und Energierohstoffe. Rohstoffe entwickeln sich in der Expansionsphase eines Konjunkturzyklus sehr positiv. Als Realwerte bieten Rohstoffe zudem Schutz vor steigenden Inflationserwartungen.